Überlinger Triennale 2011 und 2014

Große Sommerausstellungen in Überlingen nur noch alle drei Jahre

Überlingen (wak) Große Sommerausstellungen wird es in Überlingen ab sofort nur noch alle drei Jahre geben. Das hat der Kulturausschuss so beschlossen. Mit der Trinnale will die Stadt Geld im Ausstellungsetat einsparen und trotzdem die Qualität sichern. Kulturreferent Michael Brunner zeigte sich erleichtert.

Städtische Galerie  steht für Qualität

Die seit 2004 gibt es in Überlingen die Reihe der so genannten „Großen Sommerausstellung“ in der Städtischen Galerie. Die Ausstellungen waren bisher eines der regionalen wie überregionalen Aushängeschilder der Stadt Überlingen als Kulturstadt. Erwähnung fanden sie in „Focus“, „Spiegel“, „Die ZEIT“, FAZ, aber auch in internationalen Magazinen, wie im offiziellen Tourismus-Magazin der Stadt Venedig. Kulturreferent Michael Brunner sonnte sich im Erfolg der Schauen und zitierte stets gern aus Medienberichten, in denen seine Ausstellungen lobend erwähnt waren.

Stadtbesucher kommen wegen Kunstausstellungen

Im vergangenen Sommer brach die Schau „Degas-Whistler“ nach Auskunft der Stadt die bisherige Besucher-Bestmarke, was die tägliche Besucherzahl angeht. Die Besuchergesamtzahlen insgesamt schwankten bisher zwischen 5.400 Besuchern bei „Russische Kunst“ vor zwei Jahren und 13.000 Besuchern 2004 bei „Wasser in der Kunst“. Besucherumfragen, die über Jahre hinweg geführt wurden, ergaben, dass im Schnitt etwa 30 Prozent der (zahlenden) Besucher von auswärts aus Anlass der Ausstellung extra nach Überlingen gefahren sind, teilweise auch aus dem Ausland. Auch zur diesjährigen Sommerausstellung erwartet die Abteilung Kultur der Stadt insgesamt 10.000 Besucher.

Spwarzwang – Ausweg die Triennale

Trotz dieser Erfolge hat die Stadt Überlingen aufgrund der sehr schwierige Finanzlage der Stadt nun aber gehandelt und sich für einen neuen Veranstaltungsrhythmus entschieden. So kann die Stadt in zwei Jahren rund 100.000 Euro einsparen. Diese Einsparung wird dadurch erzielt, dass im Sommer 2012 wie auch im Sommer 2013 keine „großen“ Sommerausstellungen stattfinden lässt, sondern stattdessen nur „kleine“ Ausstellungen analog zu den Frühjahrs- und Winterausstellungen zeigt. Dadurch werden pro Haushaltsjahr voraussichtlich rund 50.000 Euro an Zuschüssen eingespart. Die „großen“ Ausstellungen sollen künftig als Triennale stattfinden.

Zwei Jahre sparen – ein Jahr klotzen

Die Finanzplanungen für die „großen“ Ausstellungen 2011 „Vatikan“ und 2014 „Gaudì, Klimt und Co.“, die thematisch zusammenhängen, sind finanziell gesichert – vorbehaltlich der Genehmigung des städtischen Haushalts insgesamt in den Jahren. Den Zuschussbedarf für die beiden Ausstellungen 2011 und 2014 beziffert Brunner mit insgesamt jeweils 83.000 Euro. Dies entspricht der Höhe des Zuschusses 2010. 20.000 Euro hat Brunner für 2011 bereits bei Sponsoren zusammen getragen. Zum Vergleich: Der veranstaltungsbezogene Zuschussbedarf für die Ausstellungen liegt in Überlingen in etwa in der gleichen Höhe wie die Ausgaben für das Sommer- und Wintertheater, das sich die Stadt in diesem Jahr 92.900 Euro kosten lässt.

Kulturreferent verspricht 2011 Ausstellung von Weltrang


Zwei Jahre dauern offenbar schon die Vorgesprächen mit Kontaktpersonen im Vatikan: Im Sommer 2011 hat Überlingen offenbar die einzigartige Gelegenheit, gemeinsam mit dem Vatikan ein partnerschaftliches, glanzvolles Kulturprojekt (Ausstellung in der Galerie + Workshop im Museum) von hoher internationaler Strahlkraft zu realisieren. So wirbt schon jetzt Kulturreferent Michael Brunner für die Schau. Offizielle Projekt- und Kooperationspartner werden die berühmte Dombauhütte des Petersdomes und ihre Mosaikenwerkstatt „Studio del Mosaico della Fabbrica di S. Pietro in Vaticano” sein.

Angeblich sensationelle Ausstellungsstücke

Im Mittelpunkt der Ausstellung (mit ca. 80 Exponaten vor allem aus Rom, Florenz, London) stünden etwa zehn atemberaubende Mosaiken, die v.a. aus dem antiken Petersdom stammen und noch nie öffentlich gezeigt wurden. Es handelt sich dabei laut Brunner um ein Weltkulturerbe allerhöchsten Ranges. Manche dieser Mosaiken sind von ähnlichem Stil und vergleichbarer Qualität wie die weltberühmten Mosaiken von Ravenna. Andere monumentale Mosaikfragmente wiederum (aus der Zeit um ca. 1480) stammen aus dem legendären Sixtus-Chor des alten Petersdomes und sind, kulturhistorisch betrachtet, von gleichem Range wie die zeitgleichen weltberühm-ten Wandfresken (von Botticelli etc.) in der Sixtinischen Kapelle. Die Existenz dieser Mosaiken ist nur wenigen Menschen und Fachleuten bekannt. Überlingen hofft auf insgesamt 30 Leihgaben (von der Spätantike bis zum 19. Jahrhundert) aus dem Vatikan.

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