Und täglich grüßt das Überlinger Murmeltier

Überlinger Verkehrsproblem in der Endlosschleife – Modus Consult untersucht jetzt wieder Verkehrssituation in Überlingen

Und ewig grüßt das Überlinger MurmeltierÜberlingen. Zuerst waren Verkehrszahlen und Planungsfälle, dann kam die Bürgerbeteiligung. Doch nach Moderation durch Horn Consulting und Bürgerbeteiligungsprozess zur Lösung des Überlinger Verkehrsproblems ist die Stadt Überlingen noch keinen Schritt weiter. Und täglich grüßt das Murmeltier. Jetzt ist erst einmal das Büro Modus Consult an der Reihe. Die Stadt steckt beim Verkehr in einer Endlosschleife.

Seit drei Jahren Problem nicht gelöst

Schon vor der Wahl von Oberbürgermeisterin Sabine Becker im Oktober vor drei Jahren lagen Verkehrszahlen und Lösungsvorschläge auf dem Überlinger Ratstisch. Geliefert hatte sie das Büro Modus Consult. Eine Tunnellösung geisterte damals genauso durchs Rathaus wie eine neue Grabentrasse durch den Stadtgraben, eine Erfindung eines Stadtrats, oder auch die idee einer kompletten Sperrung der Innenstadt für den Individualverkehr. Der Oberbürgermeister hieß damals noch Volkmar Weber. Er trat nach einer Amtszeit nicht noch einmal an.

Moderation war erster Schritt

Weil die neue, im Oktober 2008 gewählte Oberbürgermeisterin Sabine Becker – so sagte sie es – nicht über die Köpfe ihrer Bürger hinweg entscheiden wollte, stellte sie die Überlinger erst einmal mit einem Moderationsprozes ruhig – sie fragte, was die Bürger wollen. „Heute stehe ich hier, um mit ihnen die Verkehrsthematik anzugehen, was seine Herkulesaufgabe sein wird“, so Becker im Mai vergangenen Jahres. Die Überlinger hatten sich zu diesem Zeitpunkt längst in Bürgerinitiativen organisiert. Der Moderationsprozess durch Horn Consulting ist seit langem beendet. Die Herkulesaufgabe ist noch immer nicht gelöst.

Vorschussvertrauen für Oberbürgermeisterin

Moderation sei das richtige Verfahren, so Becker vor mehr als einem Jahr. Es gehe um die Suche nach einer Lösung, die breite Akzeptanz finde. Moderator und Personalberater Martin Horn, studierter Psychologe und Theologe, begleitete Prozess neutral. Im Mai 2010 ging es los. „Als Oberbürgermeisterin stehe ich heute hier, um für ihr Vertrauen zu werben“, sagte Becker vor mehreren hundert Zuhörern im Kursaal. Die Überlinger vertrauten ihr.

Verlässliche Zahlen sind der nächste Schritt

Das Verkehrsthema steckt in einer Endlosschleife. In diesem Sommer ging es dann immer wieder einmal um die Frage, ob die Kernstadt vielleicht eine Fußgängerzone oder aber ein verkehrsberuhigter Bereich werden könnte. Statt einen Lösungsvorschlag wie einen Shared Space umzusetzen, beauftragte die Stadt jetzt erneut ein externes Büro. Dieses Mal möchte das Rathaus belastbare Zahlen darüber, wie sich mögliche Varianten der Verkehrsregelung auf Wohngebiete und die Gesamtstadt auswirken könnten. „Hierzu ist die Beteiligung eines Fachbüros erforderlich“, so Bürgermeister Ralf Brettin. Bloß, gab es diese Zahlen nicht schon einmal? Der Gemeinderat rang sich damals nicht zur einer Entscheidung durch.

Auswirkungen der Planungsfälle

In dieser Woche hat der Technische Ausschuss des Gemeinderats, wie die Stadt mitteilte, beschlossen, erneut das Büro Modus Consult in Karlsruhe zu beauftragen. Es sei als leistungsfähig und sachkundig bekannt, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Überlingen. Noch in diesem Jahr sollen „aussagefähige Zahlen“ über die verschiedenen Planfälle vorliegen, „um zu einer Entscheidung über ein Verkehrskonzept für Überlingen zu kommen“.

Entscheidungsgrundlage schaffen

Gemeinderat und Verwaltung erhielten so Grundlagen, um für Überlingen ein „sachgerechtes und wirksames Konzept“ für den zukünftigen Verkehrsverlauf beschließen und umsetzen zu können. Die Bürgergruppen würden an diesem Prozess weiter beteiligt. Nur, was kostete die Moderation? Was kosten immer neue Gutachten? Wann fällt eine Entscheidung?

Foto: Petra Kress PIXELIO www.pixelio.de

9 Kommentare to “Und täglich grüßt das Überlinger Murmeltier”

  1. Tierfreund XXL
    30. September 2011 at 11:41 #

    Nettes Bild von Frau Becker! :-)))

  2. St. Pauli
    30. September 2011 at 14:56 #

    Frau Becker sitzt zum wiederholten Mal die Verkehrsprobleme aus. Sie hat die verkehrsgeschädigten Bürgerinnen und Bürger immer belogen und betrogen. Dieser Fehlbesetzung glaubt sowieso niemand mehr was. Sie wird auch diesen Bürgermeister-Job aussitzen, weil sie dann ihre Rente zusammen hat.
    Der orientierungslose und entscheidungsunfähige Rat hängt an ihrem Rockzipfel und macht sich nur noch lächerlich.
    Kleingärtner abzocken, Rehe „verhungern“ lassen, kein Geld für die Jugend im Haushalt, ABER, engagieren wir doch noch mal schnell Modus Consult. Die kosten bestimmt mehr als die Kleingärtner mehr bezahlen müssen. Auf dieses Geld hat man auch deshalb nicht verzichtet. Offensichtlich ein abgekartetes Spiel, wieder im Hinterzimmer des Rathauses ausgeklüngelt. Jetzt reicht`s. Alles weitere spare ich mir für die verkaufsoffenen Sonntage auf. Wir sehen uns dann, versprochen!

  3. Heinz
    30. September 2011 at 18:20 #

    Die früheren Ergebnisse von Modus-Consult liegen ja noch vor. Vermutlich wird nur nochmals bestätigt, dass das Verkehrsaufkommen in den Wohngebieten bei einer kompletten Innenstadt-Sperrung nochmals enorm ansteigen wird. Soll sich das Verkehrsaufkommen einfach auflösen?
    Diese Vorgehensweise ist der völlig falsche Ansatz. Als erstes hätte versucht werden müssen, unnötigen Verkehrs erst gar nicht in die Stadt hereinzulassen bzw. intelligent zu leiten. Im 2 Schritt hätte das neue kinderfreundliche Wohngebiet Schättlisberg beruhigt gehört und somit wäre auch der jüngste fatale Supergau des Gemeinderats korrigiert gewesen.
    Trotz der falschen Vorgehensweise wird nun zumindest ansatzweise professionell anhand von Zahlen gearbeitet. Ob die Zahlen den Gemeinderat dann wirklich interessieren ist allerdings noch was ganz anderes!

  4. Michaela
    30. September 2011 at 21:40 #

    Das Problem ist doch, daß die Stadtverwaltung den Fokus auf den Innenstadt gelegt hat, wo schon seit
    30 Jahren erfolglos nach einer Lösung gesucht wird. Die neu- und hausgemachten Probleme, wie z.B. die Stadtautobahn durch ein neues und angeblich familienfreundliches Wohngebiet, Überschreitung der
    Immissionsgrenzwerte in Reinen Wohngebieten hätten mit einfachen und kostengünstigen Maßnahmen umgehend behoben werden können. Worauf wartet die Stadt eigentlich? Muß denn erst ein Kind am neuen Kindergarten oder auf den schmalen Gehwegen an der Stadtautobahn überfahren werden?

  5. sparring
    30. September 2011 at 22:15 #

    Die Geschwindigkeiten der wechselnden Verkehrsplanungs-Szenarien sind atemberaubend. „Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln !“. Solche außergewöhnlichen Serien verdienen eigentlich einen Eintrag in das „Guinness-Buch der Rekorde“.
    Die Stadtverwaltung sollte einen entsprechenden Antrag stellen, damit die
    Landesgartenschau einen noch höheren Stellenwert bekommt. Wer 2020 im Stau stecken bleibt, bekommt dann von der OB Blümchen überreicht.

  6. Leon
    30. September 2011 at 22:41 #

    Frau Becker spielt auf Zeit, damit sie ihre 7 Jahren über die Runden bringt.
    Auch das Fiasko mit den Einbahnstraßen blieb nur anhand ihrer Stimme bestehen.
    Die Lösung der Herkules-Aufgabe und die Organisation einer Landesgartenschau traut ihr nun wirklich kein Überlinger mehr zu!

  7. Adolf Ohlig
    1. Oktober 2011 at 08:26 #

    Den o.a. Kommentaren kann man sich nur anschließen. Von dem Werteverfall der im betroffenen Wohngebiet vorhandenen Häuser und ETW am gesamten Schättlisberg durch die irrsinnige Verkehrsführung wird fast gar nicht berichtet. Warum wird am Hildegardring kein Blitzer aufgestellt? Es geht hier nicht um Mehreinnahmen für die Stadt, sondern um verkehrsgerechtes Fahren, und dies ist hier anscheinend nur durch Bußgelder usw. zu erreichen. Frau Becker, Sie haben durch Ihre Stimme uns dieses Dilemma eingebrockt, nun handeln Sie endlich, oder wollen Sie Ihr Rentenalter absitzen?

  8. eikju
    2. Oktober 2011 at 13:44 #

    der vergleich mit den murmeltieren hinkt. nach wissenschaftlichen erkenntnissen hält die spezies der murmeltiere einen winterschlaf von ca.
    6 monaten, – in überlingen gibt es einige, die bis zu 12 monate schaffen !!!

  9. jungesgemüse
    2. Oktober 2011 at 18:08 #

    Frau Becker soll da hin gehen wo sie hergekommen ist : ab in die Wüste.
    Sie ist zu unfähig für so ein Amt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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