Uni Konstanz macht mit ParteieNavi dem Wahl-O-Mat Konkurrenz

Luftbild Uni KonstanzKonstanz. Die Uni Konstanz möchte Wählerinnen und Wählern eine Entscheidungshilfe für die Bundestagswahl 2013 anbieten. Wer noch nicht weiß, welche Partei am besten zu den eigenen Überzeugungen passt, könnte sich mit Hilfe des neuen Tools ParteieNavi seine Meinung bilden. Die Universität Konstanz veröffentlicht forschungsorientiertes Entscheidungshilfe-Tool ParteieNavi als Alternative zum Wahl-O-Mat. Statt auf Wahlaussagen von Parteien basieren die Fragen auf den tatsächlichen politische Ziele von Parteien. So steht es in einer Medienmitteilung der Uni Konstanz.

Tool als Ergänzung zum Wahl-O-Mat

Als Entscheidungshilfe für die Bundestagswahl 2013 bieten Politikwissenschaftler der Universität Konstanz und des Zentrums für Demokratie Aarau (Schweiz) ein detailliertes und forschungsorientiertes Entscheidungshilfe-Tool in Ergänzung zum Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung.

ParteieNavi online

Die alternative Entscheidungshilfe ParteieNavi ist ab heute Donnerstag, 29. August 2013, unter www.parteienavi.de online. Die Konstanzer Politikwissenschaftler bieten Medienvertretern zudem eine wöchentliche Auswertungen der durch das Tool gewonnenen Informationen an.

Fragen basieren auf Einschätzungen vom Experten

Vergleichbar zum Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung erstellt ParteieNavi anhand einer Liste von 30 politischen Kernfragen ein politisches Profil des Nutzers, gleicht dieses mit den Parteipositionen ab und ordnet es auf einer „politischen Landkarte“ im Verhältnis zu den Parteien ein. Im Gegensatz zum Wahl-O-Mat bezieht ParteieNavi die Parteipositionen zu den 30 Fragen jedoch nicht aus den Selbstdarstellungen der Parteien, sondern auf Basis der Einschätzung von unabhängigen Experten aus der bundesweiten Politikwissenschaft.

Ergebnis als Grafik

Eine weitere Besonderheit von ParteieNavi ist, dass das Tool mehrere Vergleichsebenen erlaubt. Es wertet die Ergebnisse in einem Diagramm aus, das die politische Position des Nutzers grafisch übersichtlich ins Verhältnis zu den Parteien stellt. Dadurch gibt das Tool den Wählerinnen und Wählern eine umfangreichere Übersicht, wo sich ihre Meinungen und Wünsche mit den unterschiedlichen Parteiprogrammen überschneiden.

Wähler sollen beide Tools nutzen

ParteieNavi ermöglicht mehrere Darstellungsformen und Vergleichsebenen der Ergebnisse, vom Parteienspiegel über die „politische Landkarte“ bis hin zum netzartigen „Spinnendiagramm“. Die Software ermittelt zudem einen Vergleich der Eingaben mit anderen Nutzern und ermöglicht daraus dem Anwender eine bessere Einschätzung seiner politischen Position. „Unsere Empfehlung ist, den Wahl-O-Mat und ParteieNavi gegenseitig ergänzend zu nutzen, um eine bessere Vergleichsebene für die Wahlentscheidung zu haben“, rät Prof. Dr. Susumu Shikano, der das Projekt gemeinsam mit Theresa Küntzler seitens der Universität Konstanz leitet.

Unterscheidung zwischen Wahlkampf und Politik

„Wir wollen den Wählerinnen und Wählern als Ergänzung zum Wahl-O-Mat eine alternative Orientierungshilfe für die Bundestagswahl 2013 anbieten“, erläutert Shikano die Hintergründe des Projektes. „Der Wahl-O-Mat leistet sehr gute Arbeit, hat aber auch Einschränkungen. Er berechnet seine Ergebnisse auf Grundlage von Antworten, die die Parteien selbst gegeben haben – deren Antworten könnten aber strategisch sein. Indem unser ParteieNavi auf unabhängigen Einschätzungen der Parteipositionen basiert, garantiert es einen unbefangenen Blickwinkel auf die Parteien“, führt Shikano weiter aus.

Beteiligte am Projekt

Entwickelt und zur Verfügung gestellt wurde die Software für ParteieNavi vom Politikwissenschaftler Dr. Fernando Mendez vom Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA), einem Forschungszentrum der Universität Zürich und der Fachhochschule Nordwestschweiz. Die Universität Konstanz ist für die inhaltliche Umsetzung des Projektes für die deutsche Bundestagswahl 2013 verantwortlich. Neben Susumu Shikano und Theresa Küntzler sind die Konstanzer Politikwissenschaftler Prof. Dr. Marius Busemeyer und Dr. Martin Elff federführend an dem Projekt beteiligt.

Wissenschaftliche Auswertung

Die anonymisierten und aggregierten Ergebnisse von ParteieNavi werden wissenschaftlich ausgewertet und sind ein wichtiges Element der bundesweiten Wahlforschung. Das Entscheidungshilfe-Tool wurde bereits weltweit in zahlreichen Ländern zur politischen Bildung und zur Wahlforschung eingesetzt. Das europaweite Projekt wurde initiiert, um Bürgerinnen und Bürgern eine politische Entscheidungshilfe bei Wahlen zu bieten und um zugleich aus den gewonnenen, anonymisierten Daten Rückschlüsse für die politikwissenschaftliche Wahlforschung zu gewinnen.

Foto: Uni Konstanz

5 Kommentare to “Uni Konstanz macht mit ParteieNavi dem Wahl-O-Mat Konkurrenz”

  1. Volkmar Spies
    29. August 2013 at 12:35 #

    Bitte, kann ich Ihr Wahlhilfe-Programm auch am Computer nutzen, ohne bei Facebook oder ähnlichen Plattformen „Mitglied“ zu sein?

    • wak
      29. August 2013 at 12:42 #

      Es geht nicht über Facebook, klicken Sie einfach auf das Banner in der rechten Marignalspalte bei See-Online oder geben die die Adresse direkt ein http://www.parteienavi.de/ .

  2. Carsten
    29. August 2013 at 22:30 #

    Das Ding hat bei der Darstellung der Auswertung Firefox zum Absturz gebracht. Peinlich. Noch mal beantworte ich die Fragen nicht. Schade.

  3. Oliver
    19. September 2013 at 23:25 #

    Hat bei mir im Firefox problemlos funktioniert

Trackbacks/Pingbacks

  1. Gazette.ich See-Online.info - 20. September 2013

    […] Wochen sehr gut an. Seit dem 29. August steht ein Bericht über das ParteieNavi online. Den Blogbeitrag über das Entscheidungshilfe-Tool aus Konstanz haben sich seither 9.943 Besucher angeschaut. Die Statistik zeigt: Es waren 9.244 […]

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