Uni Konstanz prüft aktuell Plagiatsvorwurf

Check der Doktorarbeit von Stoiber-Tochter auf VroniPlag Wiki – Machte Doktorandin den zu Guttenberg?

Konstanz. Nicht nur Karl-Theodor zu Guttenberg, sondern auch die Tochter des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber soll Teile ihrer Doktorarbeit abgeschrieben haben. Hinweise gibt es bei „VroniPlag“. Die Arbeit über „Regulierung im Mobilfunk“ wurde am Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Konstanz eingereicht. Die Universität bestätigte am Mittwoch nur, dass sie aktuell einen Plagiatsvorwurf prüft. Einen Namen nennt die Universität aber nicht, da es sich um keine Person des öffentlichen Interesses handle. Das sagte Julia Wandt, Leiterin Kommunikation und Marketing.

„VroniPlag“ entdeckt abgeschriebene Stellen

Der Internetseite „VroniPlag“ zufolge sollen auf mehreren Seiten der Doktorarbeit über das Thema „Regulierung im Mobilfunk“ abgeschriebene Stellen entdeckt worden sein. Julia Wandt sagte dazu lediglich, dass die Universität keine Angaben zur Person mache. Der Konstanzer Universität sei es sehr wichtig, dass die betreffende Arbeit korrekt und zügig geprüft werde. Aktuell seien die Gutachter der Arbeit sowie die Verfasserin oder der Verfasser um eine Stellungsnahme gebeten worden. Die Prüfung hatte die Universität veranlasst, nachdem ein schriftlicher Hinweis eingegangen sei, so Julia Wandt.

Seit 14. Februar Vorwurf bekannt

In einer offiziellen Stellungnahme heißt es: „Die Universität Konstanz hat seit dem 14. Februar 2011 Kenntnis vom Vorwurf eines Plagiats, der eine Dissertation am Fachbereich Rechtswissenschaft betrifft.“ Seit diesem Zeitpunkt werde die Arbeit hinsichtlich der Vorwürfe umfassend überprüft. Diese Überprüfung unterliege dem an der Universität Konstanz üblichen Vorgehen, das für alle Plagiatsvorwürfe gelte, von denen die Universität Kenntnis habe: Nach Eingehen der Vorwürfe werde der entsprechende Fachbereich unverzüglich informiert.

Promotionsausschuss leitete Verfahren ein

Weiter heißt es: „Der Promotionsausschuss des Fachbereichs Rechtswissenschaft hat sofort nach der Meldung Mitte Februar ein Verfahren eingeleitet. Der Promotionsausschuss ist in dieser Angelegenheit bereits zusammengekommen und es wurde mit einer umfassenden Prüfung der Arbeit begonnen. Der Person wurde die Gelegenheit gegeben, sich zu den für die Entscheidung erheblichen Tatsachen zu äußern.“ Die hierfür gesetzte Frist sei noch nicht abgelaufen.

Frist läuft noch – Kein Entscheid über Aberkennung

Nach Ablauf dieser Frist werde der Promotionsausschuss des Fachbereichs wieder zusammenkommen. Zusätzlich seien die Gutachter der Dissertation informiert und um eine Stellungnahme gebeten worden. Darüber hinaus sei die universitäre Kommission „Verantwortung in der Wissenschaft“ vollumfänglich informiert worden. Am Ende des Prüfverfahrens werde die Entscheidung stehen, ob der Doktorgrad entzogen wird.

Aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes könne die Universität keine Angaben zur Person machen.

Hier geht es zu VroniPlag.

Foto: Uni Konstanz

 

Ein Kommentar to “Uni Konstanz prüft aktuell Plagiatsvorwurf”

  1. Klicken
    30. März 2011 at 15:30 #

    Interessant auch hier festzustellen, dass die Promotionsordnung der Universität Konstanz gar nichts vorsieht für den Fall, dass die Promotionsurkunde schon ausgehändigt wurde. Das heißt, man orientiert sich dort jetzt ganz am übergeordneten Verwaltungsverfahrensgesetzes für das Land Baden-Württemberg (LVwVfG), §§24 ff.
    Jede Universität kann selbst entscheiden, wie sie damit umgeht, wenn Angriffe auf ihre Reputation erfolgen, wie sie schwerwiegender kaum sein könnten. Die Uni Bayreut hat sich ja bis jetzt noch nicht zur Bewertung des leicht erkennbaren vorsätzlichen Betrugs bis jetzt nicht geäußert. Hat sie Angst etwas zu verlieren? Kann eine Universität mehr verlieren, als Ihren Ruf?
    Es gibt Promotionsordnungen, wo bereits auf Universitätsebene solche Fälle besprochen sind. Es wäre eine schöne Entwicklung, würden wir in Deutschland flächendeckend Promotionsordnungen sehen, die eine Aberkennung des Doktorgrades im Schnellverfahren und empfindliche Vertragsstrafen vorsehen.
    In jedem Fall aber sollte eine Universität heutzutage eine Versicherung an Eides statt vom Doktoranden verlangen. Viele Studenten müssen diese schon bei ihrer Masterarbeit unterzeichnen.
    Und in jedem Fall sollte, so wie auch bei jedem Ladendieb, immer Strafantrag gestellt werden.
    Hierzu hat sich die Universität Konstanz bisher nicht geäußert. Genausowenig die Universität Bayreuth.
    Mal sehen, wann sich diese an priesterliche Schweigegemeinschaften erinnernden Verfahrensweisen ändern, und die Universitäten erkennen, dass sie hier lieber kurzen Prozess machen sollten, um ihren Ruf zu wahren.
    Auch über Verfahren mit den beteiligten Gutachtern muss neu nachgedacht werden.

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