VHS-Debakel: Konstanzer Lokalzeitung Südkurier nennt erstmals Frank Hämmerles Namen

Lokales Blog und Tageszeitung machen Misere an der Volkshochschule Konstanz-Singen e.V. zum Wochenstart erneut zum Thema

Konstanz. Am vergangenen Freitag berichtet See-Online über das Schlamassel an der Volkshochschule Konstanz-Singen e.V.. Zum Start in die neue Woche haben das Blog dornröschen.nu und die Tageszeitung Südkurier das Thema ebenfalls aufgegriffen. Die Lokalzeitung nannte erstmals namentlich den Konstanzer Landrat Frank Hämmerle als den bis Anfang 2011 formal Verantwortlichen für die finanziellen Unkorrektheiten. Die unendliche Geschichte ist noch immer nicht zu Ende erzählt.

Lokalzeitung sucht Verantwortlichen

„Jetzt gerät auch CDU-Landrat Frank Hämmerle ins Visier“, schreibt heute der Südkurier. Zuletzt war bekannt geworden, dass die Jahresabschlüsse der VHS in den vergangenen Jahren nicht korrekt gewesen sind. Prüfen soll die Abschlüsse jetzt – wohl auf Initiative von Frank Hämmerle – die Gemeindeprüfungsanstalt.

VHS droht ohne Geld-Infusion Pleite Mitte 2012

Wenn sich die Mitglieder, der Landkreis Konstanz und die Städte Konstanz, Singen und Stockach, weigern sollten, den sechsstelligen Betrag zu zahlen, wäre die Bildungseinrichtung Mitte 2012 zahlungsunfähig. Dies steht so in der Sitzungsvorlage für den Haupt-und Finanzausschuss des Konstanzer Gemeinderats, der am Dienstag tagt.

Hämmerle pochte auf Satzungsänderung

Die Lokalzeitung beantwortet auch gleich noch die Frage, wem es hätte auffallen müssen, dass bei der VHS etwas mutmaßlich gewaltig schief gelaufen sein muss. Sie schreibt: „Schließlich war er (Landrat Frank Hämmerle d.R.) bis zur Änderung der VHS-Satzung im Frühjahr 2011 als Vorsitzender der Volkshochschule letztlich verantwortlich dafür, dass es in der Bildungseinrichtung ordentlich läuft.“ Hämmerle hatte die Satzungsänderung massiv gefordert und voran gebracht. Bei einer Pressekonferenz vor etwa einem Jahr sagte er, es könne nicht sein, dass der ehrenamtliche Vereinsvorsitzende, der mit dem operativen Geschäft gar nicht befasst sei, hafte. Deswegen ist seit der Satzungsänderung jetzt ein hauptamtlicher Vorstand – Nikola Felring und Dorthee Jacobs-Krahnen – im Amt. Beide besitzen aber keine kaufmännische, steuer- oder betriebswirtschaftliche Kompetenz – sie kommen aus der Lehre.

Die Zuwendungen des Unternehmens Siemens

Das Blog dornröschen widmet sich heute noch einmal der Kündigung von Reiner Schmid, dem früheren VHS-Verwaltungsleiter. Das Blog schreibt, Verwaltungsdirektor Schmid sei „angeschwärzt“ worden. Wörtlich heißt es in dem Bericht: „Es begann eine beispiellose Kampagne, die einen ihrer Höhepunkte erreichte, als nach einem Scheck der Firma Siemens gefahndet wurde, den Schmids Ehefrau Gabi angeblich unterschlagen hatte. Der Scheck wurde nie gefunden – weil’s ihn gar nicht gibt.“

Der Phantom-Scheck

Und weiter: „Das fragliche Geld, 5.200 Euro, war von der Siemens AG in zwei Tranchen längst aufs Konto der VHS überwiesen worden.“ Erich Gropper schreibt in dornröschen.nu: „Es war der Zuschuss für einen Alphabetisierungskurs, für ein Projekt, das von Siemens vermutlich wegen der unsäglichen Kampagne nun kein weiteres Mal gefördert wird.“ Der Scheck habe nur als „werbewirksames Poster“, abgebildet im „Südkurier“ existiert.

Leidtragende sind Kursteilnehmer

Zuletzt hatten Dozenten in einem Gespräch mit See-Online heftig kritisiert, dass die VHS in Konstanz keinen Alphabetisierungskurs für Erwachsene mehr anbietet. Die Dozenten fragten sich, ob sich das mit dem Bildungsauftrag der VHS vereinbaren lasse. Sie kritisieren scharf den VHS-Vorstand, Nikola Ferling und Stellvertreterin Dorothee Jacobs-Krahnen, die Konstanzer Analphabeten nach Singen schicken. Die Dozenten sagten, die betroffenen Erwachsenen seien keine Leute, die sich öffentlich zu Wort meldeten und protestierten. Die Fahrt nach Singen könnten die Analphabeten kaum bewältigen – aus finanziellen Gründen und weil sie nicht lesen und schreiben und auch keine Fahrpläne lesen könnten.

Dozenten wissen von Finanzierungsstopp

See-Online sprach mit Dozenten über die nicht stattfindenden Alphabetisierungskurse.  Auch See-Online gegenüber hatten die Dozenten berichtet, dass die Kurse früher von Siemens gefördert worden seien – nach dem Rausschmiss der Schmids wohl aber keine Geld mehr geflossen sei. Dem neuen Vorstand sei es nicht gelungen, das Geld wieder zu akquirieren.

Hier geht es zu dem Beitrag von See-Online über die finanzielle Lage der VHS Konstanz-Singen vom vergangenen Freitag.

Hier geht es zu einem Bericht des Südkurier über die VHS und Veranwortlichkeiten, der heute auch in der gedruckten Ausgabe erschienen ist.

Hier geht es zu dem Bericht auf dem Blog dornröschen.nu, der sich nochmals mit dem Rauschmiss des Ehepaars Schmid im vergangenen Jahr befasst.

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