Vor der U18-Wahl: Konstanzer OB-Kandidaten mit Schatten-Jugendlichen

60 junge Konstanzerinnen und Konstanzer beim Kandidaten-Check – KSP präsentiert Video

Konstanz. Erwachsene hätten sich im Konstanzer JuZe etwas abschauen können. Alle 13 Kandidatinnen und Kandidaten haben sich in einer zweistündigen Session rund 60 Konstanzer Schülerinnen und Schülern vorgestellt. Statt einer müden Podiumsdiskussion, gab es viele spannende Statements und ein World-Café. An 13 Stehtischen stellten sich die Kandidatinnen und Kandidaten den Nachfragen der jungen Konstanzerinnen und Konstanzer. Das Konstanzer Schülerparlament (KSP) hat am Tag danach ein Video übers Forum vor der U18-Wahl auf Facebook gestellt. Die Jugendlichen wählen schon am kommenden Freitag, 22. Juni, einen neuen Oberbürgermeister oder eine Oberbürgermeisterin.

13 Bewerber stellten sich vor

Sven Zylla (SPD) hatte sich eine rote Krawatte umgebunden. Der SPD-Kandidat trägt meistens Anzug. Uli Burchardt (CDU) kam leger in Jeans und weißem Hemd ins JuZe. Sabine Reiser (CDU) entschied sich ebenfalls für einen lockeren Auftritt und sagte, sie kenne sich mit Rathaus aus. Klaus Springer präsentierte sich als Selfmademan und sagte, man müsse sich „noch mal und noch mal“ bewerben. (Er hatte schon einmal erfolglos) für das Amt eines Oberbürgermeisters kandidiert. Sabine Seeliger (Grüne) erzählte, dass sie Geschäftsführerin einer Biogasanlage gewesen ist und zehn Jahre lang dem Konstanzer Gemeinderat angehörte. Pirat Benno Buchczyk trug ein rosafarbenes Hemd zur Jeans und trat überhaupt zum ersten Mal bei einer Wahlveranstaltung mit mehreren Kandidaten auf.

Anknüpfungspunkte zu Jugendlichen

Martin Luithle sagte, er habe als Anwalt oft mit Fahrradunfällen zu tun. Student Thomas Linz sagte, er sei in Elternzeit und es gebe nur elf offizielle Grillstellen in Konstanz. Andreas Kaltenbach stellte sich als „sexy“ Krankenkassenbetriebswirt vor. Roman Urban trat barfuß auf und sagte, er lerne jeden Tag etwas Neues hinzu. Henning Tartsch, der Gesamtelternbeiratsvorsitzender gewesen ist, erklärte, er kenne die Schulen in- und auswändig. Mykola Neumann fragte erst einmal, wie ein Treffpunkt für Jugendliche aussehen soll.

Drei konkrete Fragen

Die Jugendlichen hatte sich dafür entschieden, den Kandidaten drei Fragen zu stellen: Wie sieht moderne Ausrüstung an Schulen aus? Was muss während Ihrer Amtszeit passieren? Wir wird das Scherbenproblem am Ufer gelöst? Die jungen Konstanzerinnen und Konstanzer wollten von den Bewerbern konkrete Antworten und fragten auch noch einmal nach, wenn etwas unklar blieb wie zum Beispiel die Frage, wo Roman Urban einen Hektar Land für jeden Bürger hernehmen wolle? Oder wie das mit dem iPad für die Schüler gehen soll? Manches war schnell entzaubert.

Viele populäre und weniger populäre Antworten

Kaltenbach trat als strammer Befürworter der Glasverbots auf. Springer wollte ein Laptop für jeden Schüler, und Pirat Benno Buchczyk möchte die Medienkompetenz stärken und einen ticketfreien ÖPNV. Sabine Seeliger nutzte das Forum, um zu erklären, was sie mit Bürgerbeteiligung meint. Sie denkt an eine Art Online-Petition. Wenn genügend Bürger unterzeichnen, würde sich die Verwaltung um das Thema kümmern oder es müsse in den Gemeinderat, so die Grüne. Uli Burchardt plädierte in Sachen Glasverbot für Gelassenheit – und würde es als Oberbürgermeister im kommenden Jahr zumindest teilweise aufheben. Sven Zylla möchte barrierefreie Schulen. Sabine Reiser sagte, beim Glasverbot gebe es einen klassischen Zielkonflikt und von den Jugendlichen würde sie sich wünschen, dass sie mit ihr in Zukunft in ihrer virtuellen Bürgersprechstunde reden.

Wie funktioniert Ihre Politik?

Die jungen Konstanzerinnen und Konstanzer hakten nach: Wir würden Sie einen kostenlosen Busverkehr finanzieren, fragte einer. Wie steht es mit Sporthallen? Möchten Sie ein Konzerthaus? Wie geht es mit der Begegnungszone am Bahnhof weiter? Die Jugendlichen interessierten sich nicht etwa nur für ausgesprochene Jugendthemen. Und hinters Licht führen lassen sich die jungen Konstanzerinnen und Konstanzer schon gar nicht.

U18-Wahl am 22. Juni

Tacheles geredet haben die U18-Wählerinnen und -Wähler schließlich an den 13 runden Tischen. Jeder Kandidat und jede Kandidatin bekam zunächst einen Schatten-Jugendlichen zugelost. Nach dem Modell des World-Café teilten sich die Jugendlichen in Gruppen auf und sprachen mit den Kandidaten an den Tischen darüber, was sie noch ganz persönlich vom künftigen Oberbürgermeister oder der Oberbürgermeisterin hören wollten. Zum Schluss fassten die Schatten-Jugendlichen die Gespräche dann zusammen. Jeder Bewerber und jede Bewerberin verabschiedete sich mit einem Statement. Am 22. Juni haben die jungen Konstanzerinnen und Konstanzer die Wahl.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier geht’s zum Facebookauftritt des KSP und zum Video.

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.