Vorarlberg Online berichtet über „Fracking“ im Bodenseekreis

Angeblich Erdgas-Förderung mit umstrittener, gefährlicher Methode geplant

Bodenseekreis. Das Portal Vorarlberg Online berichtet erneut darüber, dass ein britisches Unternehmen am Bodensee Erdgas mit der „Fracking“-Methode fördern wolle. Die Vorarlberger sind laut Vorarlberg Online  deswegen besorgt. Vor einem Jahr hatten zum Beispiel auch der Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann (Bündnis 90/Die Grünen) vor „Fracking“ gewarnt. In den USA war es zu Vergiftungen des Trinkwassers gekommen.  Dem widerspricht aber anscheinend das Ergebnis einer neuen Studie: Fracking, die äußerst umstrittene Methode der Erdgasförderung, sei weit weniger gefährlich als bisher angenommen. Das berichtete am Sonntag Spiegel Online. Allerdings mussten die Wissenschaftler einräumen, dass es beim Fracking trotzdem zu Umweltschäden gekommen sei.

 Such-Linzenz gilt bis 2012

Das britische Unternehmen hat noch bis 2012 eine Such-Lizenz und könnte weiterhin einen Antrag auf Sondierungsbohrungen mit der umstrittenen „Fracking“-Methode stellen. „Hydraulic Fracturing“, genannt Fracking, ist das umstrittenste Verfahren zur Förderung von unkonventionellem Erdgas. Am Bodensee lagert das Erdgas nicht in unterirdischen Blasen, die man „anzapft”, sondern es ist in sehr tief gelegenen Gesteinsschichten gebunden. Bei der Förderung durch „Fracking“ könnte es Risse in der Erdoberfläche oder Verunreinigungen des Trinkwassers geben. Der Bodensee müsse für Erdgas-Bohrungen eine „Tabuzone“ sein, hatte noch vor einem Jahr auch der baden-württembergische Ex-Umweltminister und Landtagsabgeordnete Ulrich Müller (CDU) aus dem Bodenseekreis gesagt.

Vorarlberger wegen Nähe alarmiert

Nur wenige Kilometer von Vorarlberg entfernt, im Raum Friedrichshafen/Überlingen, plane das britische Unternehmen „3Legs Resources“ Schiefergas abzubauen – mittels der heftig umstrittenen „Fracking“-Technologie, berichtet nun Vorarlberg-Online.  Betroffen könnte auch das Gebiet um Konstanz und Singen sein. Auch hier besitzt das Unternehmen Rechte. Die Vorarlberger sind alarmiert. „Die Hälfte des Gases in den USA wird durch Fracking gewonnen. Es gab bereits zahlreiche Zwischenfälle, in de­­nen Landstriche vergiftet wurden und Menschen durch verseuchtes Trinkwasser erkrankt sind“, zitiert das Portal Adolf Groß, Fachbereichsleiter Energie und Klimaschutz im Amt der Vorarlberger Landesregierung.

„3Legs Resources“ besitzt Claims

Am Bodensee hat sich, das steht fest, das britische Unternehmen „3Legs Resources“ Claims für die Suche nach unkonventionellen Gasvorkommen gesichert. Der Umweltausschuss des Landtags hatte sich im vergangenen Jahr einstimmig gegen Erdgasbohrungen am Bodensee ausgesprochen. Allerdings war das rechtlich nicht bindend, hieß es vor einem Jahr. Die neue Studie von Spiegel Online zitierte Studie dürfte übrigens auch keine Grund für eine grundsätzliche Entwarnung sein: „Zwar sei es beim Fracking zu Umweltschäden gekommen, erklären Groat und seine Kollegen – aber nicht, weil die Technik selbst unsicher sei, sondern weil man bei den Bohrungen geschlampt und Vorschriften missachtet habe“, heißt es.

Hier geht es zu einer Zusammenfassung der 414 Seiten dicken Studie, die nur die Fördermethode selbst untersucht, sondern auch die Berichterstattung über Fracking in amerikanischen Medien.

Hier geht es zu dem Bericht in Spiegel Online.

Hier geht es zu einem Video, das die Auswirkungen vom „Fracking“ beschreibt.

httpv://www.youtube.com/watch?v=n3ZKEpdHtrg

7 Kommentare to “Vorarlberg Online berichtet über „Fracking“ im Bodenseekreis”

  1. Fafnir
    19. Februar 2012 at 14:22 #

    Gas aus Schieferstein zu fördern ist verfahrenstechnische Spitzentechnologie. Aber googelt man danach, so kommt man erst einmal auf lauter Angstseiten. Betrieben von den üblichen Akteuren im Angstmacherzirkus. Die breite Bevölkerung ist Dank ideologischem Dauerfeuer aus der grünen Ecke und den Volkserziehern in der Medienlandschaft mittlerweile völlig verängstigt und verblödet worden. Irrenhaus Deutschland: Soziologen und Ethikkommissionen bestimmen über unsere künftige Energieversorgung. Zu den größten Risiken im Frackinggeschäft zählt der Widerstand von Teilen der Bevölkerung, die um die Trinkwasserqualität fürchtet. „Fürchtet“ und „Teile der Bevölkerung“ wohgemerkt. Und das mit großem Tamtam. „Glauben“ und „Fühlen“ zählt halt mittlerweile mehr als „Wissen“. Uns lacht doch die ganze Welt aus. Ach übrigens, Strahlungsttote bisher in Fukushima: Null.

  2. Horst
    19. Februar 2012 at 16:29 #

    Wen wundert die Angst der Bevölkerung? Durch das Fracking entstehen Erdbeben, aber für Schäden zahlt der Bürger, nicht die Gasindustrie. Es werden durch die Industrie minderwetige Werkstoffe eingesetzt, wodurch das Trinkwasser vegiftet wird, aber es gibt ja keine Kontrolle! Wenn die Industrie vorbehaltlos für alle Schäden gerade stehen würde, wäre die Situation eine andere!
    Die Industrie will ihren Profit machen, den Schaden sollen die anderen zahlen!
    Hinzu kommt, dass die Industrie viele „Experten“ und Politiker sponsert. So sinkt das Vertrauen der Bürger noch weiter! Mit Recht! Was nützt es dem Bürger, wenn die Gasindustrie und einige Politiker reicher werden und dafür das Trinkwasser überall krebserregend ist?

  3. Martin
    19. Februar 2012 at 19:09 #

    Vermeindliche ähnliche Spitzentechnologie welche über hiesige Konzernzentralen aus der Schweiz schlussendlich das tolle Resultat im Golf von Mexiko erreichten?

    Für jedes Motorbötchen benötigt man einen Katalysator und eine Bodenseesonderbewilligung. Modernste verbrauchsarme Aussenborder dürfen nicht mehr als 100PS haben.
    Ausgenommen von dem Thema natürlich die alten Diesel Dreckschleudern der Kursschiffe.
    Und man diskutiert über immer noch mehr Schutzzonen.

    Und gleichzeitig können Engländer hier her kommen und sich Bohrrechte für ein umstrittenes riskantes Verfahren sichern?!

    Als einzelner sich gegen Konzerne und korrupte Politiker zu wehren bringt ja erfahrungsgemäss wenig. Wenn jemand eine Gegenbewegung kennt bin ich dabei – formieren und angreifen.

    Ach und übrigens wegen Strahlungstote in Fukushima – was die Statistik nicht erfassen will, heisst nicht, dass es nicht existiert. Auf den Malediven gibt es offiziell auch weder Haiangriffen noch Quallenverletzte…

  4. Fafnir
    19. Februar 2012 at 19:28 #

    An Horst: Da ist ja so viel falsch und zusammengelogen, da wird mir Schlecht.

    Durch Fracking entstehen Erdbeben: Falsch. Es können kleine Beben entstehen, deren Wirkung unerheblich ist. Passiert aber auch beim Bergbau, bei konventioneller Öl- und Gasförderung und beim Tunnelbau.

    Für Schäden zahlt der Bürger, nicht die Gasindustrie: Falsch. Das Bergrecht nimmt den Betreiber in die Haftung.

    Es werden durch die Industrie minderwetige Werkstoffe eingesetzt: Falsch. Wieso sollte ein Unternehmen Prospektion und Förderung durch „minderwertige Werkstoffe“ gefährden?

    wodurch das Trinkwasser vegiftet wird: Falsch. Ein möglicher Eintrag von Stoffen oder Chemikalien in das Grundwasser oder die Oberflächengewässer ist noch lange keine Vergiftung. Ob etwas giftig ist oder nicht, entscheidet die Konzentration.

    es gibt ja keine Kontrolle: Falsch. Nichts geschieht in unserem Land ohne Kontrolle und ohne Vorschriften.

    Die Industrie will ihren Profit machen: Das soll sie. je mehr, desto besser. Nur wer Profit macht, beschäftigt Leute, zahlt Steuern und kann forschen und in künftige und bessere Technologien investieren.

    den Schaden sollen die anderen zahlen!: Welchen Schaden? Welche „Anderen“?

    die Industrie viele “Experten” und Politiker sponsert: So wie Forscher an den Unis ihre Drittmittel beziehen. So wie Greenpeace und andere Organisationen ihren genehmen „Instituten“ Gelder zur Verfügung stellen. Seit Varenholdts Buch ein beliebtes Totschlagargument. Die böse Industrie, die Wissenschaftler mit Geld schmiert.

    Trinkwasser überall krebserregend ist: Überall? Krebserregend kann auch tief Luft holen am Zebrastreifen sein, wenn man es nur oft genug tut. Krebserregend ist so ziemlich alles, wenn die Menge stimmt.

    Es sind genau diese Ausführungen, die ohne minimalster Kenntnisse technischer und naturwissenschaftlicher Zusammenänge Halbwahrheiten und selbst gesetzte Fakten zusammenmengen und daraus ein Angstszenario machen. Wenn von Risiken gesprochen wird, sollte man auch von den Wahrscheinlichkeiten sprechen. Man sollte von Chancen und Möglichkeiten sprechen. Man sollte endlich Fakten von Fiktionen trennen. Im Übrigen sind Rohstoffförderungen immer ein Eingriff in die Natur. Aber das bisschen Herumkratzen am Planeten ist weit weniger dramatisch, als manche sich das so angsterfüllt zusammenphantasieren.

    Hier übrigens ein positiver Bericht zur Gewinnung von Gas aus Schiefer, der auch die Berichterstattung kritisch betrachtet und mit den verbreiteten Panikberichten ins Gericht geht: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,816105,00.html

    Hier ein Blick auf die Realität: http://oilprice.com/Energy/Natural-Gas/How-the-US-Shale-Boom-Will-Change-the-World.html

  5. Horst
    20. Februar 2012 at 07:41 #

    An Fafnir: Genau, dass Frackingverfahren sprengt das Gestein auf und dadurch entstehen kleine Erdbeben. Das dies auch bei anderen Massnahmen passiert, ändert daran nichts. Das diese in der Regel klein sind, ist richtig. Richtig ist jedoch auch, dass durch das Einpressen von großen Mengen Wasser und das Verschieben von Gesteinsschichten(Wo Risse erzeugt werden, muß das Gestein weg) und ggf. durch Aufquellen des Gesteins zusätzliche Spannungen im Gestein. Zusammen mit den bereits ggf. vorhandenen Spannungen können dann die kleinen Erschüterungen Erdbenen beliebiger Stätke auslösen.

    In Deutschland muß der Geschädigte nachweisen, dass die Bergschäden durch die Gaskonzerne verursacht wurden, und das ist gegen die „Experten“ der Gaskonzerne nahezu aussichtslos. Und in Deutschland wurde schon große Mengen Benzol im Grundwasser nachgewiesen, das durch die Verwendung günstiger aber ungeeigneter Werkstoffe in den Boden gelangt ist. In Deutschland ist alles vorgeschrieben und kontrolliert, nur beim hantieren mit Tonnenweise giftiger Substanzen im Untergrund nicht. Ich hoffe, die Rechtslage ist bei euch besser!
    Viel Glück!

  6. Fafnir
    20. Februar 2012 at 10:39 #

    Immer wieder die gleiche Masche: Vermeintliche Fakten werden einfach so in die Welt gesetzt. Bei näherer Betrachtung erweisen sich diese aber als Phantasien, mit denen auf perfide Weise Angst geschürt wird. Fracking wird in Deutschland seit über 50 Jahren in Deutschland betrieben. Bei den rund 300 Anwendungen traten bisher noch keine Umweltschäden auf. Und was bedeuten denn schon diese angeblich durch Fracking eingebrachten Benzolwerte? Jede Zigartette enthält mehr Benzol, als der höchste jemals gemessene Wert im Grundwasser. Nur weil ein Grenzwert überschritten wurde, heisst das noch lange nicht, daß die gesamte Bevölkerung sofort tot umfällt. Übrigens gibt es auch Fälle, wo Benzol und andere Aromaten sich aus Kunststoffrohren lösen und so in das umliegende Grundwasser gelangen. Da werden dann auch die Grenzwerte deutlich überschritten.

  7. Horst
    20. Februar 2012 at 11:18 #

    Hallo Fafnir!
    Deine Masche kommt mir sehr bekannt vor! Die typische Argumentation von Mitarbeitern der Gaskonzerne oder von Ihnen bezahlte „Experten“!
    Deiner Antwort entnehme ich, dass meine Ausführungen zutreffend sind und du nun nur vom Thema ablenken willst!
    Wie ich deiner Argumentation entnehmen kann, bist du ein „Experte“!
    Wie hoch ist den der Benzolwert in einer Zigarette und wie hoch war wo der höchste jemals gemessene Benzolwert im Grundwasser?
    Das Benzol stark krebserregend ist inzwischen ausreichend bewiesen. Krebs hat in der Regel einen langen qualvollen Tod zur Folge. Die eigentliche Ursache ist beim Ausbruch vom Krebs schwer nachzuweisen. Das ist das Heimtückische! Und dieses Risiko soll die Bevölkerung tragen, nur damit du und die Gaskonzerne mehr Profit machen? Ziemlich egoistisch, findest du nicht?

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