Walsers „Mein Jenseits“ selbst anlesen

Novelle macht Kritiker und Überlinger Buchhändler froh

Überlingen (wak) Der in Überlingen lebende Schriftsteller Martin Walser (82) hat eine neue Novelle veröffentlicht. Sie trägt den Titel „Mein Jenseits“. Das Werk ist bei der Arbeit an Walsers Roman „Muttersohn“ entstanden, der 2011 wahrscheinlich bei Rowohlt erscheinen soll. Die Novelle erschien bei Suhrkamp.

Bestseller für Überlinger Buchhandel

Ups. Jetzt haben die Überlinger Buchhändler also wieder ein neues Walser Bändchen, das sie in ihren Schaufenstern platzieren und auf Büchertischen prominent präsentieren können. Literaturfreunde, die Glück haben, ergattern wahrscheinlich sogar ein vom Dichter persönlich signiertes Exemplar. Manchmal rennen Walser-Fans, die Überlingen besuchen, die Münsterstraße rauf und runter, um ein Exemplar aufzutreiben. Überlinger Buchhändler dürften denn auch eine besondere Freude darüber empfinden, dass ihnen Martin Walser mit seiner Novelle „Mein Jenseits“ nun wieder einen Bestseller geliefert hat.

Er ist ein Überlinger

Der in Nussdorf wohnende Autor ist der wohl bekannteste Einwohner Überlingens. Anlässlich seines 80. Gebursttags hatten ihm die Überlinger sozusagen einen roten Teppich ausgerollt und zeigten ihm ihre Zuneigung. Als Denkmal aber taugt Martin Walser noch lange nicht. Er zählt auch mit 82 Jahren zu den streitbaren Geistern der Republik oder anders ausgedrückt Autor und Werke sind wahrlich nicht unumstritten. Auch die Novelle „Mein Jenseits“ macht da wohl keine Ausnahme.

Lob und Verriss

Nun also, nachdem sich Martin Walser von Gisela Mackenstein, dpa, über seine neue Novelle, über das Älterwerden, das Jenseits, den Glauben und die Angst vor dem Tod hat befragen lassen, ist die Novelle heute auch ein Thema, mit dem sich die Feuilletons der Onlinemedien beschäftigen. Die Meinungen der Kritiker sind geteilt: „Martin Walsers neue Novelle ,Mein Jenseits‘ enttäuscht, titelte zum Beispiel Der Westen, das Portal der WAZ Mediengruppe. Die Novelle sei „kein erzählerisches Wunder“, heißt es da. Und weiter: „Martin Walser arbeitet sich mit seinem neuen Buch ,Mein Jenseits‘ am Glauben ab. Auf den großen Walser-Wurf zum Thema wird man allerdings noch warten müssen. Im Herbst soll der Roman ,Muttersohn‘ erscheinen.“

Das Wunder vom Bodensee

„Das Wunder vom Bodensee“ titelt dagegen die Welt Online. In seiner neuen Novelle „Mein Jenseits“ zeige sich Martin Walser von „seiner witzigen und religiösen Seite“. „Hier jedenfalls, in seinem neuen Buch, ist Walser (wieder) ein ganz anderer, wirkt frei und ausgesprochen geistreich.“ Mit „Geschmacklosigkeiten“ und seiner „Greisensexualität“ wie noch in „Angstblüte“ und „Ein liebender Mann“ belästige er die Leser in der Geschichte mit dem Protagonisten August Finli nun nicht mehr. Andere widmen sich derweil bevorzugt der Frage ob Suhrkamp-Verlag oder Rowohlt. Nach dem Tod von Siegfried Unseld hatte Walser Suhrkamp-Verlag verlassen. Seitdem ist Walser beim Rowohlt. Eigentlich. Die Novelle erschien nun bei Suhrkamp.

Einladung zum Probelesen

Ein Urteil über die Novelle muss jeder für sich fällen. „Jeder Leser liest sein Buch, nicht mein Buch“, hat Walser im dpa Interview gesagt, das vollständig bei Zeit Online nachzulesen ist. Apropos lesen. Wer selbst in die Novelle schnuppern und hinein lesen möchte, könnte heute nun Mantel und Stiefel anziehen, sich einen warmen Schal um den Hals binden und sich auf den Weg zur Buchhandlung seines Vertrauens machen. Muss aber nicht sein: Eine kleine Einführung sowie Leseproben finden sich auch unter.

http://www.faz.net/s/RubED48132D5AAA4E0D9329F690B65AC304/Tpl~Ecommon~SThemenseite.html

Foto: wak

, , , , , , , , , , , ,

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.