Weltkulturerbe-Pfahlbaumuseum zeigt das Erbe der Pfahlbauer

Originalfunde aus der Region zu sehen – Spektakuläre Ausstellungsstücke

Bodenseekreis. Anlässlich der Aufnahme von 111 prähistorischen Pfahlbausiedlungen in das Weltkulturerbe der UNESCO, darunter neun Siedlungen vom Bodensee, eröffnete das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen am Bodensee am 31. März 2012 eine neue Sonderausstellung „Das Erbe der Pfahlbauer – Faszination Weltkulturerbe“. Im Mittelpunkt stehen dabei Originalfunde der Stein- und Bronzezeit (4300 – 850 v.Chr.) aus den Voralpenseen und Oberschwaben, die als unsichtbares Erbe unter dem Wasser liegen. Daneben rückt aber auch das hochaktuelle Thema des illegalen Kunsthandels in den Fokus. Die Forschungsgeschichte zeigt, dass es neben ehrenwerten Privatsammlern auch Fundfälscher gab, deren Werke es bis in die Museen schafften.

Sandalen aus Lindenbast

Die vielseitigen Hinterlassenschaften wie Werkzeuge aus Knochen und Stein, Schmuck und Waffen bieten einen Einblick in die gesellschaftlichen Verhältnisse. Zu den außergewöhnlichen Funden gehören das Fabelwesen von Hagnau, aber auch Jahrtausende alte Speisereste. Ebenso Kleidungsreste mit Fransen und Borten, sowie Hüte und Sandalen aus Lindenbast, deren äußerst gute Erhaltung auf die sauerstofffreie Lagerung in Seen und Mooren zurückzuführen ist. Das Erbe umfasst aber auch immaterielle Dinge, darunter Fähigkeiten, Erfindungen und Wissen, das seinen Ursprung in diesen frühen Epochen hatte.

Originalpfähle bedroht durch Erosion

Nur einen Steinwurf vom Pfahlbaumuseum entfernt befindet sich die bronzezeitliche Siedlung Unteruhldingen-Stollenwiesen, die ein besonders gutes Beispiel dafür ist, dass die prähistorischen Pfahlbauten zu Recht unter den Schutz des Weltkulturerbes gestellt wurden. In der Ausstellung geben Originalpfähle einen Eindruck, was sich von den Häusern tatsächlich erhalten hat, zugleich zeigt der Zustand der Bauhölzer, welchen Gefahren dieser Fundort – wie viele andere – durch die zunehmende Erosion am Bodensee ausgesetzt ist.

Partner Universität Tübingen und Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim

Partner bei diesem Projekt sind das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Tübingen und die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, die spektakuläre Ausgrabungsfunde zur Verfügung stellten. Das Landesamt für Denkmalpflege zeigt im Foyer des Pfahlbaumuseums seine aktuelle Ausstellung „Das neue archäologische UNESCO-Welterbe in Baden-Württemberg“, die kostenfrei zu besichtigen ist.

Öffnungszeiten und Links

April – September täglich 9-19 Uhr (letzte Führung 18.30 Uhr)

1. Oktober – 4. November täglich 9-17 Uhr, 10. – 25. November Samstag/Sonntag 9-17 Uhr. Mehr Infos unter www.pfahlbauten.de und www.weltkulturerbe-pfahlbauten.de

Foto: Pfalbaumuseum Unteruhldingen, Sonderausstellung „Das Erbe der Pfahlbauer–Faszination Weltkulturerbe“, Fabelwesen, Hagnau-Burg, ca.3000 Jahre alt, Mischwesen aus Wasservogel/ Stier und Fisch, Material Bronze.

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