Wie Private-Partnership Projekt klammen Kommunen hilft

Gestern in Berlin: Friedrichshafener Firma s.a.b. mit „Innovationspreis PPP 2010″ ausgezeichnet

Friedrichshafen/Berlin (sig) Die durch ihre Sport- und Gesundheitsparks bekanntgewordene Häfler Firma s.a.b. wurde gestern in Berlin mit dem “Innovationspreis PPP 2010″ ausgezeichnet. Ausschlagend für die Verleihung war ihr zuletzt beispielgebendes und richtungsweisendes Public-Private-Partnership Projekt „Oktopus Siegburg“.

„Effizienter Staat 2010″

Die Projektpartner Wolfram Wäscher (Geschäftsführender Gesellschafter der s.a.b.) und Franz Huhn (Bürgermeister der Stadt Siegburg) nahmen die Auszeichnung im Rahmen des Deutschen Verwaltungskongresses „Effizienter Staat 2010″ unter der Schirmherrschaft von Finanzstaatssekretär Werner Glatzer entgegen. Der „Innovationspreis PPP“ wird seit 2005 vom „Behörden Spiegel“ und dem Bundesverband PPP in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Finanzen ausgelobt. Dabei werden Vorhaben ausgezeichnet, bei denen es öffentlichen und privaten Partnern in besonders überzeugendem Maße gelungen ist, zum beiderseitigen Nutzen gemeinsame Projekte zu realisieren.

Partnerschaft rettete nicht nur Bad

Beim Gesundheits-und Erlebnispark „oktopus“ Siegburg – der Ende August für 20,5 Millionen Euro fertiggestellt wurde – ist es der Stadt Siegburg gelungen, durch die Partnerschaft mit s.a.b. nicht nur ihr Bad zu erhalten, sondern nachweislich auch Kosten um etwa 600 000 Euro pro Jahr zu reduzieren. Zu sozial verträglichen Eintrittspreisen ist es gelungen, Schwimmmöglichkeiten für Vereine, Schulen und die Öffentlichkeit sicherzustellen. In den Park ist Europas größtes Tauchzentrum (mit drei Millionen Liter Wasser) integriert, außerdem ein Drei-Sterne plus Designer-Hotel mit 120 Betten und Themensuiten, das seither permanent ausgebucht ist. Heute besuchen doppelt so viele Badegäste als vor dem Umbau das „Oktopus“.

Synergien machen Projekt kommerziell erfolgreich

Ausgangspunkt für das Projekt war die Situation, dass die Stadt Siegburg wie viele andere Kommunen in Deutschland ein Hallen- und Freibad aus den 70er Jahren unterhielt, das dringend saniert werden musste. Die Nahbereichsversorgung der Bevölkerung sollte mit einem entsprechenden Schwimm- und Wasserangebot gesichert und ein Projekt geschaffen werden, das der rasanten Entwicklung der Einkaufsstadt gerecht werden sollte. Ziel war es, ein für ganz Europa einzigartiges kommunal-privates Projekt mit nachhaltigen Synergien zu schaffen: mit einem kommunal-sozialen Leistungsbereich Schwimmbad sowie einem international anerkannten Freizeit- und Sportbereich, das kommerziell höchst erfolgreich sein würde.

Bessere Ideen in der Krise

„In der Krise muss man bessere Ideen haben“, sagt s.a.b.-Geschäftsführer Wolfram Wäscher. Für ihn liegt die innovative Kraft des Projekts in der Kombination von kommunalen Aufgaben mit international marktfähigen Leistungsbereichen. Für die Stadt beläuft sich die Kostenersparnis gegenüber einer Eigenlösung zwischen 20 und 25 Prozent. Neben Frei- und Hallenbad, Tauchzentrum und Hotel bietet das „Oktopus“ ein Funsportzentrum mit sieben Rutschbahnen, eine Indoor-Surfanlage, einen Fitness-, Wellness- und Saunabereich, Schulungs- und Seminarräume, Restaurant, Bistro und Lounge.

Bis heute 200 Bäder und Sportstätten

Die Firma s.a.b. mit Hauptsitz in Friedrichshafen und einer Niederlassung in St. Gallen wurde 1995 von Wolfram Wäscher zusammen mit einem renommierten Architekten der Freizeit- und Bäderbrache gegründet. Ihre Stärke war die bauliche und betriebliche Planung von Freizeit- und Bäderanlagen. Bis heute wurden etwa 200 Bäder und Sportstätten beraten, geplant und/oder gebaut. Im Jahr 1997 begann s.a.b. mit der Entwicklung ihres ersten PPP-Projektes, das 2004 in Vorarlberg eröffnet wurde. In harten Lehrjahren auf dem bundesdeutschen PPP-Markt zwischen 2004 und 2006 lernten Wolfram Wäscher und die s.a.b. viel über die möglichen Untiefen von PPP-Partnerschaften. Eigene Fehlentscheidungen führten zu hohen Verlusten. Das ist überstanden. Heute spielt s.a.b. im Leistungskonzert verschiedener Unternehmen von Hochbau bis Gebäudemanagement mit 7000 Mitarbeitern.

Neues Modell startet im „Vitalresort Winterberg“ im Hochsauerlandkreis

Von 2007 bis heute wurde das s.a.b.-Wissen erfolgreich umgesetzt. Das Modell PPP wurde weiterentwickelt und es entstand „P-K-S-P“ = Privat-Kommunale-Synergie-Projekte, ein Begriff, der für mehr private Leistung, stärkeres Engagement, ökonomische Kreativität und Marktfähigkeit steht. PKSP soll vor allem der öffentlichen Hand Impulse zur Verbesserung steuerschonender Denk- und Handlungsweisen geben. Erstes danach projektiertes s.a.b.-Projekt – mit dessen Bau jetzt begonnen wird – ist das für 30 Millionen Euro geplante „Vitalresort Winterberg“ im Hochsauerlandkreis. Dieses Vorhaben erfasst öffentlichen Einrichtungen wie Bäder, Stadthallen, Tourismuszentralen und etwa Parkflächen und kombiniert sie mit privatwirtschaftlichen Gebäuden und Einrichtungen. Das Resultat ist eine optimale Wirtschaftlichkeit des kompletten Projekts.

200 000 Internet-Zugriffe monatlich

Wie nachgefragt das Wissen von s.a.b. zwischenzeitlich vor allem von klammen Kommunen ist unterstreichen die monatlich über 200 000 Internet-Zugriffe.

Foto: Siegfried Großkopf/Hat gut lachen: Geschäftsführer Wolfram Wäscher von der Friedrichshafener Firma s.a.b.

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