Wiedemann Klinik kein russisches Hotel

Immobiliengesellschaft verhandelt mit einem Interessenten

Meersburg (wak) Wilde Spekulationen über die Zukunft der Wiedemann Klinik in Meersburg dürften Anfang Februar endgültig beendet sein. Eine Tochtergesellschaft der R & L Gesellschaft für Immobilien und Management GmbH in Münster hat die Klinik gekauft. Derzeit verhandelt sie mit einem Interessenten. Über den Namen des Interessenten und über die mögliche künftige Nutzung des Gebäudes in Nachbarschaft zum Meersburger Altenpflegeheim bewahrt die Immobiliengesellschaft derzeit noch Stillschweigen.

Keine Konkurrenz zum Meersburger Altenpflegeheim

Oliver Böckmann von der R & L Gesellschaft für Immobilien und Management GmbH in Münster sprach von sehr angenehmen Gesprächen, die seine Gesellschaft mit der Stadt Meersburg führe. Es gebe auch Gespräche mit einem Interessenten, dessen Namen die Gesellschaft zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht nennen wolle. Nur so viel sagte Böckmann: „Es wird keine Konkurrenzsituation zum Pflegeheim geben.“ Voraussichtlich in der zweiten Februarwoche wollen die Beteiligten die Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz informieren.

Kein ausländischer Investor

Seit Jahren steht die ehemalige Klinik in der Kurallee leer. 48 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhielten damals die Kündigung, als der ehemalige Besitzer den Betrieb endgültig einstellte. Anschließend gab es teilweise wilde Spekulationen und irre Gerüchte, was aus der ehemaligen Klinik werden könnte. Sogar von einem russischen Investor war zeitweise die Rede, der aus der Klinik ein Hotel oder eine Party-Lounge für wohlhabende Russen machen könnte. Darüber hatte noch die damalige Bürgermeisterin Sabine Becker informiert. Mehr als irre Gerüchte waren es aber wohl nicht. Bei dem Interessenten, mit dem die R & L Gesellschaft für Immobilien und Management GmbH in Münster Gespräche führt, handele es sich um keinen fremdländischen Interessenten, so Böckmann.

Spekulation über ein Augustinum

Angeblich soll die Augustinum-Gruppe Interesse an der früheren Wiedemann-Klinik haben. Bürgermeister Martin Brütsch hatte in seiner Neujahrsansprache offenbar eine Andeutung gemacht, die darauf schließen lässt, dass ein Altenwohnstift Interesse bekundet haben könnte. Sollte es sich tatsächlich um das Augustinum handeln, dürfte das Gezerre um die Nutzung der ehemaligen Klinik endgültig zu Ende sein und Meersburg könnte mit dem Ergebnis zufrieden sein. Denn das Augustinum zählt zu den führenden sozialen Dienstleistungsunternehmen in der Bundesrepublik.

Augustinum-Gruppe betreibt 22 Senioren-Wohnstifte

1954, im Jahr des 1600. Geburtstages des Kirchenvaters Augustinus, gründete Pfarrer Georg Rückert in München den „Verein zur Errichtung eines Schülerheimes“ – die historische Keimzelle der heutigen Augustinum-Gruppe. Das Augustinum hat rund 4.000 Mitarbeiter. Es bekennt sich zu den christlichen Grundwerten, ist gemeinnützig und Mitglied im Diakonischen Werk der evangelischen Kirche. Kern des Unternehmens sind heute die 22 Senioren-Wohnstifte in ganz Deutschland, in denen rund 7.000 Bewohner leben.

Philosophie der Augustinum Wohnstifte

1962 entstand das erste Augustinum Wohnstift in München-Hadern. Mit ihm wurde ein damals revolutionäres Wohnkonzept für ältere Menschen verwirklicht, das Unabhängigkeit und Sicherheit garantiert und ein vielfältiges und hochwertiges Kulturprogramm bietet. Eine weitere Besonderheit: Im Augustinum gibt es keinen Umzug auf eine Pflegestation. Dies gilt selbst bei schwerer Pflegebedürftigkeit. Der Ambulante Pflegedienst Augustinum betreut pflegebedürftige Bewohner in ihrem eigenen Appartement. Sie können also in ihrer vertrauten Umgebung bleiben und, soweit das im Einzelfall möglich ist, weiterhin am täglichen Leben im Wohnstift teilnehmen, umgeben von Freunden und Bekannten. Das Augustinum ist einer der Marktführer im Bereich des selbstbestimmten Seniorenwohnens.

Foto: wak

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