Wiedemann: „Warum nicht 150 stadteigene Drahtesel für Konstanz?“

Neue Linie Stadtrat strampelt Ratskollegen auf und davon

Plädoyer fürs FahrradKonstanz. Ginge es nach der SPD-Fraktion, sollte sich der Anteil der Fahrradfahrer am städtischen Verkehrsaufkommen in den kommenden Jahren auf 25 Prozent erhöhen lassen. Die Stadtverwaltung, so finden die Sozialdemokraten, müsste allerdings ein bisschen mithelfen und künftig dafür pro Jahr wenigstens 10.000 Euro locker machen, unter anderem für medienpolitische Kampagnen zur Förderung des Radverkehrs. Das würde in 5 Jahren 50.000 Euro ausmachen. Jürgen Wiedemann, Stadtrat der Neuen Linie (NLK), ist „prinzipiell der gleichen Meinung“ , fände es aber „zielführender“, allfällige Finanzmittel direkter einzusetzen. Etwa dafür, 150 stadteigene Drahtesel anzuschaffen.

Für mehr Dienstfahrten auf zwei Rädern

„Ich weiss, dass Horst Frank einen Teil seiner Dienstfahrten mit dem Fahrrad erledigt“, sagt Wiedemann. Das gute Beispiel des Oberbürgermeisters, auch das sei ihm bekannt, sagt Wiedemann im Hinblick auf die heute um 16 Uhr im Technischen Rathaus an der Laube beginnende Sitzung des Technischen Ausschusses, „führte bisher nicht dazu, dass die übrigen Stadtbediensteten ebenso handeln“, auch wenn man ihnen 100 Fahrräder kostenlos zur Verfügung stellte. Natürlich lasse sich niemand zwingen, als Verkehrsmittel das Fahrrad bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu bevorzugen. Umso wichtiger seien entsprechende Anreize. Es gebe etliche Städte, die mit Fahrrädern, die gratis oder sehr kostengünstig zur Verfügung gestellt werden, Erfahrungen gesammelt haben. Wiedemann: „Die Stadtverwaltung soll sich da informieren und dann mit qualifizierten Vorschlägen aufwarten.“

„Eine echte Attraktion für Touristen“

Seit Jahren schmücke sich Konstanz mit dem Attribut einer „Fahrrad-freundlichen Touristenstadt“, sagt NLK-Stadtrat Wiedemann. Und in der Tat liege Konstanz mit einem aktuellen Anteil von knapp 20 Prozent Fahrradfahrern im vorderen Feld umweltfreundlich organisierter Kommunen. Wichtig seien jedoch nicht nur „schwer nachprüfbare Zahlen“, sondern „echte Erlebnisse“: Die Beliebtheit der Stadt Konstanz sei bei Fahrrad-Touristen in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen, stagniere neuerdings aber mangels einem weiteren Ausbau der Fahrrad-tauglichen Verkehrswege, sagt Wiedemann. Vor allem im Areal des innerstädtischen, historischen Zentrums gebe es einen „klaren Nachholbedarf“. Schon 50 Fahrräder, die gratis oder sehr günstig zur Verfügung gestellt würden, könnten laut Wiedemann „für eine markante Steigerung der Attraktivität“ von Konstanz sorgen.

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