Windräder verändern auch das Bodensee-Landschaftbild

Land hat es mit Windkraftanlagen eilig – Kommunen müssen bis September 2012 Vorranggebiete benennen

Konstanz/Bodenseekreis. Sie haben das Landschaftsbild im Schwarzwald schon verändert, vielleicht stehen sie bald auch auf dem Bodanrück oder anderen Erhebungen in der Bodensee-Region: Die Landesregierung hat entschieden, dass bis 2020 zehn Prozent des Strombedarfs in Baden-Württemberg aus Windkraftanlagen kommen soll. Neu ist: Im Regionalplan sollen keine Ausschluss-, sondern nur noch Vorranggebiete ausgewiesen werden.

Frist endet im September 2012

Ohne regenerative Energien wird es in Zukunft nicht gehen. Auch der Regionalverband Hochrhein-Bodensee unterstützt das ehrgeizige Ziel der grün-roten Landesregierung. Die Bürgermeister müssen jetzt aber schnell sagen, wo die mächtigen Windräder stehen sollen und Vorranggebiete ausweisen: Die Frist läuft schon im September 2012 ab. Die Zeit ist knapp. Der Regionalverband Hochrhein-Bodensee findet sogar, sie ist zu knapp. „Der Regionalverband sieht die Übergangsfrist bis zum 1. September 2012 kritisch, da die Kommunen Schwierigkeiten haben werden, in diesem Zeitraum einen rechtsgültigen Flächennutzungsplan zu erstellen“, heißt es in einer Sitzungsvorlage zur Windenergienutzung.

Wind bläst Bürgermeistern und Regionalverbänden ins Gesicht

Die Städte und Gemeinden müssen – so ist der momentane Stand – nicht nur besonders windhöffige Standorte finden. Sie müssen es auch schnell tun und Belange der Fauna und die Bestimmungen in FFH-Schutzgebieten beachten. Wie beeinträchtigen Windkraftanlagen den Vogelzug, was ist mit Greifvögeln und wie beeinträchtigen sie den Artenschutz? Die Kommunen hoffen auf eine Fristverlängerung. Das sagte am Dienstagabend zum Beispiel auch die Überlinger Oberbürgermeisterin Sabine Becker am Rande eines Bürgergesprächs. Sie erklärte, die Kommunen bräuchten mehr Zeit. Wenn sie es nicht rechtzeitig schafften, Vorranggebiete auszuweisen, bestehe die Gefahr, dass Investoren bauen wollen und die Kommunen – ähnlich wie bei Mobilfunksendeanlagen – auf die Standorte kaum mehr Einfluss mehr nehmen können. Der Regionalverband Hochrein-Bodensee sieht es so: Geeignete Standorte müssten dringend ausgewiesen werden. Wichtig sei aber eine intensive und transparente Information der Bürger. Auf Konstanzer Gemarkung weht übrigens  zu wenig Wind – als Standorte in Frage kommen im Kreis Konstanz Engen, Tengen, Bodanrück, Hegau und Schienerberg.

Foto: BettinaF PIXELIO www.pixelio.de

5 Kommentare to “Windräder verändern auch das Bodensee-Landschaftbild”

  1. Tilmann Breetsch
    7. Dezember 2011 at 20:30 #

    … und in den USA werden im Moment Windkraftanlagen reihenweise still gelegt, weil die Betreiber pleite gehen. Und die gehen pleite, weil plötzlich keine Fördermittel (sprich Steuergelder oder Staatsschulden) mehr da sind. Und ohne Subventionen werden nicht einmal die Instandhaltungskosten erwirtschaftet. Schönen Gruß aus der Realwelt an unsere grüne Landesregierung.

  2. db
    7. Dezember 2011 at 22:26 #

    Ja, wenn wir bloß die gute alte subventionsfreie, risikoarme und auch im Hinblick auf die Endlagerung sorgenfreie Atomkraft wieder hätten!

  3. Satansbraten
    8. Dezember 2011 at 13:44 #

    Deutschland ist kein Land für die Windkraft. Zudem
    muss festgehalten werden, daß schon Heue viele der
    Vogelschredder angehalten werden müssen weil die
    Leitungskapazitäten nicht da sind.
    Die Landesregierung ist hier auf dem Holzweg.

  4. Tilmann Breetsch
    8. Dezember 2011 at 16:41 #

    Während wir hier uns das Licht ausknipsen, bleiben andere Länder vernünftig. In der Tschechei ist es mit staatlicher Förderung von Ökostrom vorbei:

    „Die deutschen Bedenken gegen Atomenergie werden im Osten Europas auch nach Fukushima nicht so recht geteilt. In der Slowakei sind Atomreaktoren im Bau und auch Polen plant den Bau seines ersten Atomkraftwerks, das bis 2030 ans Netz gehen soll.

    Auch Tschechien setzt voll auf die Atomenergie. Das AKW Temelin soll ausgebaut und weitere Atomkraftwerke gebaut werden. Nun hat das Parlament ein Gesetz verabschiedet, dass die staatliche Förderung alternativer Energien deutlich einschränkt. Die Öko-Strombranche in Tschechien steht damit vor dem Aus.“

    Zur Sendung im Deutschlandradio: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/weltzeit/1622555/

    Der tschechische Präsident Václav Klaus ist übrigens ein sehr kluger Mann. Sein Buch „Blauer Planet in grünen Fesseln“ beweist das.

  5. Satansbraten
    8. Dezember 2011 at 17:21 #

    Und noch eine Überaschung aus Stuttgart.

    Es ist jetzt gelungen den Wind zu speichern.

    Den Stuttgarter „Windbeutel“ nennt man den.

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