Wo nicht nur „Nerds“ ihr Wissen teilen

Zweites Barcamp Bodensee an zwei Tagen in Juni in Konstanz

Konstanz (wak) Freaks, Nerds und alle, die das Web 2.0 nicht für Eis am Stiel halten, sind an drei Tagen im Juni in Konstanz richtig. Vom 4. bis 6. Juni findet an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung das erste Konstanzer Barcamp statt. Es ist nach dem Barcamp in den Räumen der Zeppelin University in Friedrichshafen vor zwei Jahren das zweite am Bodensee. Noch sind 40 Plätze frei. Worüber in Sessions geredet wird, entscheiden die Teilnehmer. Fest steht nur: Es geht ums Web 2.0 und alle teilen ihr Wissen.

Nichts mit „Camping“ oder „Bar“

Nicht alle, die im Internet oder in sozialen Netzwerken unterwegs sind, wissen auch, was ein Barcamp ist. Deswegen für Anfänger: Zu tun hat Barcamp weder etwas mit „Bar“ noch mit „Camping“. Das sagt zum Beispiel Ute Hauth, Diplom-Informatikerin aus Konstanz und mit im Orga-Team. Es sei ganz ähnlich wie mit dem Begriff „Foobar“ – „Foo“ und „Bar“ sind auch bloß Variablen in der Informatik so wie X und Y in der Mathematik, sagt Ute Hauth, vorausgesetzt, wir haben Ute Hauth beim Milchkaffee richtig verstanden.

Blogger Robert Basic dabei

Barcamps sind für Teilnehmer kostenlose offene und unkommerzielle locker organisierte Mitmach-Konferenzen und es geht ums Web 2.0. Das erste Barcamp fand vor fünf Jahren in Palo Alto in Kalifornien statt. Der Zweck ist immer derselbe: Die Teilnehmer kommen zusammen, um in 45-minütigen Workshops Wissen auszutauschen. Koordinator oder Initiator des ersten Konstanzer Barcamps ist Oliver Gassner. Seine Idee kommuniziert hat er über Twitter oder Blogs, wo es hieß, „meldet Euch“. Etwa 30 Ehrenamtliche helfen bei der Organisation mit und bereiten das Barcamp vor. Die Teilnehmer kommen auch aus Berlin oder Frankreich. Der bekannteste ist wahrscheinlich Robert Basic, einer der bekanntesten Blogger Deutschlands. Der organisatorische Aufwand sei beträchtlich, sagt Ute Hauth. „Zehn Aktive haben je drei Wochen Vollzeit zu tun“, so die Mitorganisatorin.

Zwei Drittel sind Anfänger

Wer von auswärts anreist, übernachtet in der Jugendherberge. „Etwa zwei Drittel sind Erstbesucher“, sagt Ute Hauth. „Es gibt keine reinen Teilnehmer“, so die Informatikerin. Alle bringen sich ein, veranstalten eine Session und teilen ihr Wissen mit den anderen. Ute Hauth geht davon aus, dass das erste Konstanzer Barcamp „IT-lastig“ wird. Wer möchte, kann sich aber auch über gesellschaftliche und politische Themen oder zum Beispiel über Weblog-Software austauschen. Am Morgen, bevor die Sessions beginnen, stellt sich jeder Teilnehmer erst einmal mit Name und drei Tags kurz vor. Vorab können Teilnehmer ihre Wunschlisten kommunizieren und hoffen, dass sich andere Teilnehmer des Barcamps mit demselben Interesse finden. Alle Sessions werden in einer Art Stundenplan aufgelistet. Für die Räume in der Hochschule bezahlen die Veranstalter nichts. Jeder Teilnehmer bringt seinen Laptop und sein iPhone mit. Für alles andere wie ein Netz, Essen und T-Shirts gibt es Sponsoren.

Infos + Links

Insgesamt gibt es beim ersten Konstanzer Barcamp am Samstag und Sonntag jeweils 250 Plätze. „Einige sind noch frei, so rund 40 am Samstag, ein paar mehr am Sonntag, wobei ich immer zu beiden Tagen raten würde“, erzählt Ute Hauth. Willkommen sind nicht nur Nerds. Alles, worüber sich die Teilnehmer austauschen, ist auch bei Twitter und im Netz zu finden.  Die Anmeldung erfolgt online unter: http://barcampbodensee.mixxt.eu. Kontaktdaten des Organisationsteams finden sich ebenfalls unter: http://barcampbodensee.mixxt.eu. Wer schon vorab Tweets lesen will, gibt bei Twitter #bcbs10 ein. Mehr Infos über Barcamps auch unter http://de.wikipedia.org/wiki/BarCamp.

Foto: Markus Wegner PIXELIO www.pixelio.de + wak

4 Kommentare to “Wo nicht nur „Nerds“ ihr Wissen teilen”

  1. dk
    22. April 2010 at 12:57 #

    Bis Anfang Juni sind es noch viele Tage und die Liste der Sessions dürfte noch länger werden.

    Wenn die KNer Medienwelt das Thema „Web2.0 – Fluch oder Segen der Print-Medien“ diskutieren würde, dürfte das Durchschnitts-Alter der Besucher steigen und die Kleidungsnorm „Anzug mit Krawatte“ mehrheitsfähig werden (vielleicht sogar aus der Ostschweiz).

    Für mich ist Web2.0 inzwischen nur eine „techn. Erweiterung“ der Web-Programmierung geworden, die etwas Konkurrenz durch „RIAs – Rich Internet Applications“ bekommt.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Barcamp Bodensee vom 4. – 6. Juni in Konstanz. miradlo bloggt   - 3. Juni 2010

    […] Bei see-online.info habe ich in einem Interview mal erzählt was ein Barcamp eigentlich ist: Wo nicht nur „Nerds“ ihr Wissen teilen. Es ging darum ein Barcamp zu erklären, was ein Barcamp ist, für diejenigen, die Barcamps […]

  2. …wenigstens mal kurz ein Barcampbericht :)miradlo bloggt   - 24. November 2010

    […] Barcamp Bodensee war ich mit im Orgateam, dazu gab’s auch ein Interview mit see-online.info. Selbst schrieb ich einen Vorbericht und einen insbesondere über die eigenen Sessions […]

  3. ...wenigstens mal kurz ein Barcampbericht :) | miradlo bloggt - 5. Juni 2013

    […] Barcamp Bodensee war ich mit im Orgateam, dazu gab's auch ein Interview mit see-online.info. Selbst schrieb ich einen Vorbericht und einen insbesondere über die eigenen Sessions ansonsten […]

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