WOGE ZaNeLi kämpft wieder

Überlinger Bürgerinitiative kritisiert Schaffung von Fakten bei Verkehrsführung

Überlingen (wak) Das Thema Verkehrsführung bewegt die Überlinger erneut. Zu Wort meldet sich aktuell auch wieder die Bürgerinitiative WOGE ZaNeLi. Sie kritisiert, dass die Stadt auch weiterhin keinen Lösungsvorschlag gemacht habe wie die „unsägliche Verkehrssitutation“ im Bereich Zahnstraße verbessert werden könnte. Die Zahnstraße wurde praktisch über Nacht durch eine neuen Verkehrsführung zu einer der Hauptausfallstraßen. Oberbürgermeisterin Sabine Becker will die Bewohner des Quartiers aber erst einmal noch vertrösten. Sie sagte diese Woche See-Online.info, sie wolle eine durchdachte ganzheitliche Lösung. Ziel sei eine Verringerung des Verkehrs auch in der Altstadt. Schnelle Lösungen, die wiederum die Belastung anderer Straßen zur Folge hätten, lehnt sie ab.

Strittig ist – neben der Diskussion darüber wie der Verkehr in der Altstadt verringert werden könnte – auch die Frage, welche Straßen Haupteinfall- und Hauptausfallstraßen sein sollen. In der WOGE ZaNeLi haben sich die Bewohner des Wohngebiets zusammengeschlossen, das durch die Splittung des Verkehrs durch Einbahnregelungen und die neue Verkehrsführung durch die Zahnstraße und die Straße Am Schättlisberg mit zusätzlichem Verkehr belastet wurde. Seither beklagen Anwohner und Autofahrer ihrer Meinung nach unnötige „Umwegverkehre“ in Überlingen. Die WOGE ZaNeLi wehrt sich aktuell dagegen, dass die Stadt durch die Abstufung der Aufkircher Straße und der Wiestorstraße (L200) zu Stadtstraßen Fakten schaffen könnte und somit die stärkere Belastung des Wohnquartiers zementiert wäre. Wörtlich heißt es in einem von Sieglinde Schreiber unterzeichneten Brief:

„Am Montag 15. März 2010 steht auf der Tagesordnung des Gemeinderates ,Abstufung der Aufkircher Straße und der Wiestorstraße (L200)zur Stadtstraße‘, Damit sollen Fakten geschaffen werden, die früheren Versprechungen und Aussagen von Gemeinderat und OB widersprechen: lange war versprochen, daß der neue Gemeinderat auf seiner Wochenendklausurtagung sich mit der Verkehrssituation und seiner Lösung befasse. Da wurde keine Lösung für die einseitige unsägliche Verkehrsmisere überlegt, sondern erneut versprochen, man wolle bei Planfall Null von vorne unter der Beteiligung der Bevölkerung anfangen.

Das ist bis heute nicht geschehen. Jetzt sollen dem Planfall Null – also zurückgehen auf die ursprüngliche Situation vor Sperrung der Aufkircher Straße, Zahnstraße/Schättlisberg als Entlastungsstraße – einfach andere Vorzeichen gegeben werden. Es scheint auch weder Gemeinderat noch OB ihr Versprechen an den Petitionsausschuß des Landesd Baden-Württemberg zu kümmern, nachdem sie verpflichtet wurden, ,Hausaufgaben‘ zu machen, die den Petitionsstellern von Zahnstraße gerecht werden.

In der bisherigen Diskussion wurden alle immer ganz ,aufgeregt‘, wenn die Verkehrsinitiative von Bürgern erster und zweiter Klasse redete. Aber welche akzeptable Erklärung gibt es denn für dieses Verhalten? Die früheren Bürgermeister sagten, sie würden sich hüten, weitere Straßen – und damit deren Unterhaltung – in die städtische Verantwortung und den Haushaltsplan zu übernehmen. Anscheinend ist die finanzielle Situation der Stadt nicht mehr angespannt, wenn sie sich ungebeten weitere Lasten aufbürdet.“

Foto: wak

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.