Woodstock mit elektronischer Musik: Erstes Konstanzer Farbgefühle-Festival

Junge Konstanzer planen Farbgefühle FestivalKonstanz. Es wird farbig und fröhlich und der Sound klingt ein bisschen wie bei der Street Parade in Zürich oder wie bei Woodstock ohne Rock. Das Konstanzer Schülerparlament organisiert das erste Farbgefühle-Festival zusammen mit der Elara Entertainment UG. In diesem Sommer soll das Fest, bei dem die Besucher mit Farben werfen, steigen. Stattfinden könnte es Mitte September. Das neue Format will die Zielgruppe der 16- bis 30-Jährigen ansprechen. Noch fehlt den Veranstaltern aber der Veranstaltungsort.

Party mit 5.000 Besuchern

Die Absage von Rock am See kam bei den jungen Konstanzern gar nicht gut an. Das Farbgefühlfestival, das sie jetzt zusammen mit dem professionellen Veranstalter Elara Entertainment UG planen, könnte mehr als ein Ersatz sein. „Es ist eine neue Veranstaltungsform“, sagt einer der Mitorganisatoren. „Elekronische Musik und Woodstock an einem Festivaltag“, so die Beschreibung des Events. Zunächst plante das Konstanzer Schülerparlament ein kleineres Festival für etwa 1.000 Besucher. Dann stieg der professionelle Veranstalter mit ein. Jetzt könnten es auch 5.000 Gäste werden.

Suche nach Veranstaltungsort

Gespräche mit Hans-Rudi Fischer vom Bürgeramt und Georg Geiger von der Bädergesellschaft, der auch  Leiter des Sportamts ist, hat es schon gegeben. Das Bodensee-Stadion als Veranstaltungsort fällt leider aus. Der Rasen müsste aufwändig mit Planen und Platten abgedeckt oder hinterher wieder neu eingesät werden. Auch das Gelände Klein-Venedig mussten die jungen Konstanzer streichen. In diesem Jahr erlaube die Stadt aus Sicherheitsgründen neben den etablierten keine neuen Großveranstaltungen. Der Flugplatz sagte nein – der Verkehrslandeplatz müsse offen bleiben. Mittlerweile sind die jungen Konstanzer, die ein 26-seitiges Sicherheits- und Veranstaltungskonzept vorlegen können, in Kontakt mit mehreren Unternehmen. Auch Firmenparkplätze kämen in Frage. Etwa 5.000 Quadratmeter groß müsste die Fläche sein. „100 mal 50 Meter“, so einer der Mitorganisatoren.

Farbgefühle-Festivals in vielen Städten

Events gibt es auch in Würzburg, Heidelberg oder Kaiserslautern. Die Besucher des Festivals bewerfen sich bei der Party mit Farbpulver. Farbgefühle-Festivals symbolisieren Glück, Harmonie und Liebe. Ihren Ursprung haben die Festivals in Indien. Dort gibt es Holi-Festivals. In Europa ahmen die Feiernden das indische Festival nach – ohne den religiösen Hintergrund und mit dem Sound von DJ’s.

Ursprung indisches Holi Fest

FarbgefuehleDas Holi. Holi (Hindi, f., होली, holī) ist ein indisches Frühlingsfest am Vollmondtag des Monats Phalguna (Februar/März). Dieses „Fest der Farben“ dauert mindestens zwei, in einigen Gegenden Indiens auch bis zu zehn Tagen. Holi ist hauptsächlich ein im Norden Indiens gefeiertes Fest, das in anderen Landesteilen unter verschiedenen Namen bekannt ist. So bezeichnet man es auch als Phagwah oder, wie etwa in Bengalen, als Dol Yatra. Im Süden kennt man Kamadahana. So steht es auch auf der Facebook-Seite der Veranstalter.

Bewerfen mit Farbe ist Ritus

Das Holi-Fest ist einer der ältesten Feste überhaupt, und ist zeitgleich das farbenfreudigste von allen. An diesem Tag scheinen alle Schranken durch Geschlecht, Alter und gesellschaftlichen Status aufgehoben.Die Menschen feiern ausgelassen und bewerfen sich gegenseitig mit gefärbtem Pulver. „Wir verwenden keine Chemischen Farben sondern natürliches Maispulver, das man sogar essen kann“, sagt einer der Konstanzer Initiatoren. Gefärbt sei das Maispulver mit Roter Beete, Spinat und Kurkuma oder Safranwurz.  Ökologisch sei alles korrekt.

Die Farbe ist hautfreundlich und ungiftig. Die verschiedene Farben – rot, gelb und grün – werden in 100 Gramm Beuteln verpackt und Besucher können sie auf dem Festivalgelände kaufen. Eigene Farben sind verboten, sagen die Veranstalter. „Aus Sicherheitstechnischen Gründen ist es nicht möglich mitgebrachte Farbe zuzulassen“, heißt es dazu auf Facebook.

Arbeitsteiliges Projekt

Das Konstanzer Schülerparlament ist für die lokalen Kontakte und das Netzwerk zuständig und wird beim Event Stände betreiben und mit der Bewirtung Geld für die Kasse des Schülerparlaments verdienen. Der Partner Elara Entertainment UG ist verantwortlich für die Technik, die DJ’s und das Marketing.

Eintägiges Festival

„Wir holen das Gefühl des absoluten Ausrasten nun auch nach Konstanz! Dabei ahmen wir nicht einfach das Indische Festival nach, nein wir basteln aus einem alten Brauch eine riesen große Open Air Party mit exklusiven Music Acts!“, heißt es bei Farbgefühle Konstanz auf Facebook. Dauern soll die Party von 14 bis 22 Uhr. Das Festival dauert einen Tag. Das Gelände werde von Freitag bis Sonntagnacht benötigt.

Eintrittspreis steht noch nicht fest

Der Eintrittspreis soll bei etwa 20 Euro liegen. Je nachdem, wo der Veranstaltungsort liegt, würden die Veranstalter möglicherweise auch auf den ÖPNV setzen. „Wir werden mit dem Busbetrieb der Stadtwerke sprechen“, so einer der Mitorganisatoren. Vielleicht sei es möglich, dass das Ticket ein Kombiticket für Bus und Festival wird. Dann wäre das Ticket möglicherweise noch ein bisschen teurer.

Farbgefuehle2

Mehr Infos unter

http://farbgefuehle-festival.de/

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=234014620077049&id=233973996747778

Fotos: Konstanzer Schülerparlament/Screenshot http://www.youtube.com/watch?v=P_Ynfg_WWzk

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  1. Konstanzer Schülerparlament sagt Farbgefühle-Festival ab | See-Online.info - 20. Juli 2013

    […] Seit September 2012 laufen die Vorbereitungen für das Festival. Die Konstanzer Schülerparlamentarier waren inspiriert von neuseeländischen Farbpartys, bei denen elektronische Musik, gute Laune und Farbmehle einzigartige Events ermöglichten. Während der Suche nach Lieferanten für die biologisch abbaubaren und nicht gesundheitsschädlichen Farbmehlen trafen die Parlamentarier auf einen professionellen Veranstalter. „Über Facebook habe ich die Veranstalter der Farbgefühle Festivals nach deren Lieferanten gefragt,“ berichtet Franz Sauerstein, Kopf der Organisation des Konstanzer Festivals: „Mir wurde ausgerichtet, dass Kleinmengen an Privatverbraucher nicht verkauft werden. Als ich sagte, dass wir genug Farbmehl für zwei- bis dreitausend Gäste brauchen, rief mich gleich der Geschäftsführer an.“ Der professionelle Veranstalter und das Konstanzer Schülerparlament beschlossen zu kooperieren. Der routinierte Festivalveranstalter wollte, wie das KSP weiter berichtet, Security, Bühne, Zäune, DJs, Farben und mehr mitbringen, die Konstanzer sich um Genehmigungen, Location und Gastronomie kümmern. […]

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