Wunde in Konstanzer Altstadt klafft bis 2012

Wiederaufbau des abgebrannten Hauses mit historischer Fassade geplant – Brandursache noch nicht ermittelt

Konstanz. Der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank hat sich am Donnerstag in der Gemeinderatssitzung noch immer tief bewegt bei der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk für den Katastropheneinsatz beim Konstanzer Altstadtbrand zwei Tage vor Weihnachten bedankt. Der Wiederaufbau des eingestürzten Hauses in der Hussenstraße 1 soll bis Ende 2012 dauern. Etwa acht bis zehn Wochen Zeit braucht es, die Trümmer abzutragen. Begonnen werden kann mit dem Aufräumen voraussichtlich Mitte Februar. Die Ursache des verheerenden Feuers am Tag vor Heiligabend ist noch nicht klar.

Altstadtbrände immer hoch gefährlich

Oberbürgermeister Horst Frank sprach von „hochdramatischen Stunden“ und von für alle „schockierende Ereignisse“. Der OB berichtete wie er vom nur einen Steinwurf weit entfenrten Rathaus die „Flammenwand“ gesehen habe. Er sprach von der Angst, dass das Feuer übergreifen könnte. Er sei froh, dass der Brand keine Menschenleben gekostet habe. Weiter beschrieb Frank die Situation der betroffenen Hausbewohner. Es mache einen Unterschied, ob Menschen direkt betroffen seien und ohne Ausweis, Geld oder Autoschlüssel plötzlich auf der Straße standen. Der OB sagte, auch für die Feuerwehr sei die Situation „hoch dramatisch“ gewesen. Er lobt den hohen Ausbildungsstand und die technische Ausrüstung. „Altstadtbrände sind bei uns immer hoch gefährlich“, sagte Frank. Es gebe keine Brandmauern und Häuser seien zusammengebaut.

Wirte richten Dankes-Fest für Einsatzkräfte aus

Der OB zählte noch einmal alle Feuerwehren wie die Kreuzlinger, Singener, Stockacher, Radolfzeller, viele kleinere Feuerwehren und die Werksfeuerwehr von Alcan in Singen auf, die in Konstanz im Einsatz waren. „Meinen herzlichen Dank“, sagte noch immer tief bewegt OB Horst Frank. Auch bei den Einsatzkräften des Technischen Hilfswerk bedankte er sich. Er sagte: „Meinen aufrichtigen und tief empfundenen Dank“. Der OB erinnerte auch an die vielen Konstanzer, die bereit gewesen seien, zu helfen. Er sei zuversichtlich, dass das Gemeinwesen zusammenstehe, wenn ein Notfall eintrete. Stadtrat Jürgen Wiedemann (Neue Linie) sagte, dass er er und Teile des Wirtekreises die Einsatzkräfte zu einem Fest in den Innenhof des Rathauses einladen möchten, um sich bei ihnen im Namen der Konstanzer nicht nur mit Worten zu bedanken. Der OB nahm das Angebot spontan an.

Stabilität der Nachbarhäuser gefährdet

Stadtbrandmeister Dieter Quintus sagte, dass die Ursache des Altstadtbrandes noch nicht geklärt sei. Wo der Brand ausgebrochen ist, sei lokalisiert. Wenn die Brandstätte abgeräumt werde, würde Schicht für Schicht abgetragen. Kriminaltechniker der Polizei seien dabei. Die Klärung der Brandursache sei auch wichtig, um Personen entlasten zu können. „Die Aufräumarbeiten ziehen sich in die Länge“, sagte auch Axel Mothes vom Hochbauamt. Die Brandstelle sei noch von der Polizei beschlagnahmt. Beim Abräumen der Trümmer sei auch aus statischen Gründen große Vorsicht geboten. Momentan seien die Nachbargebäude in der Hussen- und Kanzleistraße abgesichert. Das statische Gewicht der Trümmer entspreche dem des zusammengestürzten Wohn- und Geschäftshauses. Vollkommen unklar sei es aber, was passiere, wenn sie abgetragen werden. Das könnte sich auf die Stabilität der Nachbarhäuser auswirken.

Trümmerberg wird ab Mitte Februar abgetragen

Betroffen sind drei Gebäude, von denen zwei beschädigt sind und eines total zerstört ist. Derzeit sind die Eigentümer auf der Suche nach einem Abbruchunternehmen. Die Trümmer gehörten zu drei Häsuern. Involviert seien ein Statiker, drei Architekten sowie mehrere Versicherungen. Mothes sagte, er hoffe, dass Mitte Februar mit den Arbeiten begonnen werden könne. Außer der Kripo wird die Denkmalpflege vor Ort sein. Bürgermeister Kurt Werner sagte noch einmal, dass ein „herausragendes Baudenkmal“ verloren gegangen sei. OB Horst Frank berichtete, dass der Hauseigentümer des eingestürzten Gebäudes Hussenstraße 1 das Haus wieder aufbauen wolle. Der OB sagte, dass sei „bemerkenswert“. Der Wiederaufbau ist mit einer „historischen“ Fassade geplant. Voraussichtlich Mitte oder Ende 2012 soll das neue Gebäude stehen. Solange klafft eine Wunde mitten in der Konstanzer Altstadt.

Foto: wak

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