Zoff bis das Konstanzer Konzil zittert und bebt

Arbeitskreis Konziljubiläum: CDU und FWG verweigern Linker Liste die Teilnahme

Streit ums KonziljubiläumKonstanz. Die Linke Liste Konstanz beschwert sich lautstark, dass sie in die Vorbereitungen des Konziljubiläums nicht einbezogen wird. Bürgerliche Gruppierungen im Gemeinderat möchten die Linken offenbar nicht mehr mitspielen lassen. Statt nach einer Debatte  über das Konziljubiläum sieht es erst einmal nach einem Schlagabtausch aus, bei dem das Konstanzer Konzil wackelt.

Linke Liste musste draußen bleiben

Im Sommer wurde ein interfraktioneller Arbeitskreis gegründet, der sich Gedanken machen soll über das Konziljubiläum. Schon damals  hat die Linke Liste darum gebeten, diesen Arbeitskreis auch für alle im Gemeinderat vertretenen Gruppierungen offen zu halten. Der AK hat sich bereits einmal getroffen, allerdings ohne die Linke Liste einzuladen.

Im  Juni hatte Holger Reile im Gemeinderat nochmals darum gebeten, die Linke Liste ab sofort bei den Vorplanungen mit einzubeziehen. Wieder ohne Erfolg. Nun mussten Reile und Kollegen von Ruth Bader, Organisationsleiterin des Konziljubiläums erfahren, dass sich die Vertreter von CDU und FWG vehement dagegen ausgesprochen hätten, die LLK in diesen Arbeitskreis mit aufzunehmen. Gründe wurden keine angegeben, so Reile. Die Linke Liste findet nun: Das sei ein undemokratisches Gebaren und so nicht hinnehmbar.

Das Boot ist voll

Immer wieder wurde im Vorfeld des Konziljubiläums betont, man wolle „alle“ ins Boot holen, um Ideen zu sammeln und auf ihre Machbarkeit zu überprüfen, so die Linke Liste. Davon könne  angesichts der Verweigerungshaltung von CDU und FWG aber nicht die Rede sein. Den Linken drängte sich eher der Verdacht auf, dass selbsternannte Kulturverwalter ihren erlauchten Arbeitskreis vor kritischen Nachfragen bewahren wollten. So formuliert es der zornige Reile.

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern

Mehrmals habe die Linke Liste davor gewarnt, das anstehende Jubiläum mit zum Teil völlig absurden Traumtänzereien zu überfrachten und blinden Aktionismus walten zu lassen. Nun geistern Vorstellungen durch den Raum (u.a. Papstbesuch oder europäische Außenministerkonferenz), die genau in diese Richtung gehen. Die Linke Liste habe von Anfang an dafür plädiert, realistisch zu bleiben und das gesamte Wunschprogramm gehörig abzuspecken, auf den inhaltlichen Prüfstand zu stellen und finanziell sauber und realistisch zu kalkulieren. Zur Erinnerung: Für das Konziljubiläum gebe es bis heute kein Budget, aber man spreche, wie die Linke meint, reichlich blauäugig von bis zu 5 Millionen Euro, die für das Jubiläum ausgegeben werden soltlen.

Linke warnen vor Träumereien

Nichts gegen Ideenvielfalt, aber zunehmend kommen Vorstellungen auf den Tisch, die schlichtweg weder sinnvoll noch machbar sind, wettert Reile. Für finanzielle Abenteuer und sonstige Träumereien werde es auch aufgrund der Haushaltslage keinerlei Spielraum geben. Die Stadt habe  überwiegend andere, weitaus drängendere Probleme, die sie auch noch die kommenden Jahre begleiten würden.

Vorwurf: undemokratisches Verfahren

Die Linke Liste forderte den Arbeitskreis Konziljubiläum in einer Pressemitteilung erneut auf, sein elitäres Zirkel-Gehabe ad acta zu legen, zu demokratischen Gepflogenheiten zurück zu kehren und tatsächlich alle relevanten Entscheidungsträger bei den Vorgesprächen und Planungen zu beteiligen. So heißt es in einer Erklärung.

Foto: wak/Motiv: Papstfigur von Peter Lenk

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