Zwei Podien beim Singener „Wochenblatt“: Mit den Piraten so nicht

Piratenpartei lehnt Zweiklassendemokratie ab – Kritik an Abschotten von CDU, SPD, Grünen und FDP

Konstanz. So nicht. Die Piratenpartei hat am Freitagabend ihre Teilnahme an der Podiumsdiskussion des Singener „Wochenblatts“ am Aschermittwoch abgesagt. Die Piratenpartei stelle sich grundsätzlich Diskussionen mit allen zugelassenen Bewerbern, die für den Landtag kandidieren. Mit NPD und Republikanern an den „Katzentisch“ setzen möchte sich die Piratenpartei aber nicht. Scharf kritisiert die Piratenpartei, dass sich die im Landtag vertretenen Parteien von den Sonstigen abzugrenzen versuchten und sich mit dem Singener „Wochenblatt“ auf zwei getrennte Podien geeinigt hatten.

 

Piraten setzen sich nicht an „Katzentisch“

 

In einer Mitteilung der Piraten heißt es: „Leider entsprechen die vom Veranstalter geschaffenen Bedingungen nicht den Vorstellungen der Piratenpartei bezüglich einer gleichberechtigten, freien Diskussion. Durch die Aufteilung in eine Haupt- und Nebendiskussion unterteilt der Veranstalter die Bewerber in zwei Klassen von Diskutanten. Das lehnen wir strikt ab. Von daher wird sich die Piratenpartei nicht an einem sogenannten ,Katzentisch“ beteiligen.“

 

Piraten-Kandidat wollte ursprünglich Erklärung in Halle abgeben

 

Der Kreisverband Konstanz hatte mit dem Kandidaten des Wahlkreises Singen, Markus Haberstock, geplant, die Veranstaltung nicht im Vorfeld abzusagen. Wäre es dazu gekommen, dass der Kandidat der Piraten nur mit ÖDP, LINKEN, NPD und Republikanern auf dem Podium gesessen wäre, so hätte er sich mit einem Statement direkt zu Beginn der Veranstaltung verabschiedet. Nun aber säße Haberstock – nach der Absage von Michael Krause – sogar nur noch mit ÖDP, NPD und Republikanern da. Das wollte er anscheinend nicht.

 

Kritik an Extra-Wurst der vier Großen

 

Die Landtagskandidatin für den Wahlkreis Konstanz, Ute Hauth ist sehr irritiert über das fehlende „demokratische Verständnis“ von CDU, SPD, Grünen und FDP, die sich bei einem Vorabtreffen mit dem Singener „Wochenblatt“ eine „rechts“- freie Runde schufen. „Zumindest in diesem Zusammenhang hatte ich angenommen, dass auch die drei anderen Parteien ÖDP, die Linke und Piraten eingeladen werden“, so die Landtagskandidatin.

 

Rumeiern mit „Wochenblatt“ geht weiter

 

SPD-Kandidat Hans-Peter Storz und der Kandidat von Bündnis90/Die Grünen, Udo Engelhardt, hatten am Aschermittwoch erklärt, nicht mehr in der Scheffelhalle aufs Podium zu wollen. Offenbar könnten sie aber doch noch dazu bereit sein, sollten die Rechten ausgeladen werden. Die Piratenpartei zumindest ist über mögliche weitere Gespräche und mögliche Verhandlungen mit dem Veranstalter allerdings nicht informiert worden.

 

Foto: Piratenpartei

 

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