Zwei Tote bei Absturz eines Motorflugzeugs in Konstanz

Abgestürtzte Maschine total ausgebrannt – Insassen noch nicht identifiziert

Konstanz (wak) Bei einem Flugzeugabsturz in Konstanz sind am Samstagvormittag gegen 10 Uhr zwei Personen ums Leben gekommen. Das Kleinflugzeug, eine Pützer Elster, stürzte zwischen der Kindlebildstraße, der Bundesstraße 33, der Byk-Gulden-Straße und der Bahnlinie kurz nach dem Start ab. Eine Rauchwolke wies den Einsatzkräften der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei den Weg. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr löschten das brennende Wrack mit Schaum ab. Die beiden bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Leichen sind bisher noch nicht identifiziert worden.

Getötete Insassen saßen noch in Maschine

Da zunächst unklar war, ob die Insassen sich noch in der Maschine befinden, wurde ein zweiter Löschzug alarmiert, um die Gegend um die Absturzstelle – ein weitläufiges Strauchgebiet – abzusuchen. Im weiteren Verlauf des Einsatzes mussten die Einsatzkräfte jedoch feststellen, dass die zwei Insassen sich noch im Wrack der Maschine befanden. Unter Leitung von Brandmeister vom Dienst Thorsten Patzelt waren 55 Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie mehrere Fahrzeuge des Rettungsdienstes aus Konstanz und Radolfzell sowie Kräfte der Polizei im Einsatz. Das teilte die Freiwillige Feuerwehr Konstanz mit. Die Ursache ist noch unklar, so Peter Hauke, Pressesprecher der Polizeidirektion Konstanz. Die Kriminalpolizei Konstanz und die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung haben die Ermittlungen aufgenommen.

Insassen noch nicht identifiziert

Bei der Pützer Elster handelte es sich um ein zweisitziges Motorflugzeug älteren Baujahres. Zeugen beobachteten offenbar, dass das Flugzeug nach dem Start nicht ausreichend an Höhe gewann. Möglicherweise könnte es nach etwa 500 Metern auch noch einen Baumwipfel gestreift haben. Das aber sei Spekulation, so Polizeisprecher Hauke.  Dass die beiden Insassen nicht sofort identifiziert werden konnten, liegt auch daran, dass aus Datenschutzgründen auf dem Flughafen die Personalien von Piloten und ihren Passagieren nicht festgehalten werden. Die Insassen selbst sowie das Flugzeug sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Fest steht laut Polizei aber, dass die Getöteten keine Konstanzer waren, sondern so genannte Gastflieger.

Start- und Landebahn verläuft parallel zur B 33

Das Unglück passiert genau eine Woche, nachdem der Konstanzer Flugplatz anlässlich seines 100. Geburtstags zu einem FlyIn geladen hatte. Die Start- und Landebahn in Konstanz ist etwa 800 Meter lang. Sie verläuft parallel zur B 33, der größten Ausfallstraße, die aus Konstanz in Richtung Singen heraus führt. Starten und landen können auf der Graspiste kleinere Motoflugzeuge mit bis zu zwölf Insassen. Beliebt ist der Konstanzer Flugplatz, der drittälteste in Deutschland, ansonsten vor allem bei Ultraleicht- und Sportpiloten.  Der Flugunfall passierte bei herrlichem Flugwetter, strahlend blauem Himmel über dem Bodensee und besten Sichtbedingungen. Das abgestürzte Flugzeug wollte in Richtung Dinslaken fliegen.

Mehrere Unternehmen und Vereine ansässig

Auf dem Flugplatz ansässige Unternehmen und Vereine sind heute die KONAIR Flugbetriebs-GmbH, Ultraleichtflug Konstanz GmbH, Segelfluggruppe Konstanz e. V. und der Club der Flieger. In den 20-er Jahren war der Konstanzer Verkehrslandeplatz wohl genauso bedeutend wie der Flughafen in Friedrichshafen. 1921 begann der Luftpostverkehr zwischen Konstanz und Stuttgart. 1921 wurde er auf die Strecke nach München ausgeweitet. Linienverkehr findet auf dem Verkehrslandeplatz in Konstanz heute nicht mehr statt.

Erst in dieser Woche berichteten wir über die Zukunft des Konstanzer Flugplatzes.  Der Pachtvertrag für das Gelände läuft 2012 aus. Hier geht es zu dem Beitrag.

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